bullyparade kino freisteller bully herbig tramitz kavanian

Mit Currywurst, Pizza und Sushi gegen Rechtsextremismus

Von: Tobias Dammers
Letzte Aktualisierung:
4998029.jpg
Pizza, Sushi, Currywurst: Preisgekrönte Plakatentwürfe zum Thema Rechtsextremismus sind jetzt im Foyer des Berufskollegs, Neuköllner Straße 15, zu sehen. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Pizza ist ein italienisches Gericht. Sushi ist ein japanisches. Aber gehören sie nicht trotzdem zu unserer Kultur? Lieben wir das „fremde“ Essen nicht genauso wie unsere klassische Currywurst? Mit diesem unkonventionellen Denkansatz sind die Berufschulschülerinnen Esra Ozkorkmaz (19) und Maike Sistemisch (19) an ein Projekt gegen Rechtsextremismus herangegangen.

Zusammen mit ihren Klassenkameraden am Berufskollegs für Gestaltung und Technik haben sie an der Initiative „Ideen gegen Rechts“ des Bundesjustizministeriums teilgenommen – und mit ihren Plakaten unter 310 eingereichten Beiträgen den vierten Platz erreicht.

Aber wie passen Essen und Rechtsextremismus überhaupt zusammen? „Nicht schon wieder Springerstiefel und Kapuzenjacken, wir wollten was anders. Etwas, das wirklich jeder aus dem Alltag kennt.“, erklärt Esra Özkorkmaz die Idee der Klasse. Schnell sind die Berufsschüler dabei auf das Thema „Essen“ gestoßen und haben festgestellt, dass viele ursprünglich fremde Gerichte nun fester Bestandteil unserer (Essens-)Kultur sind.

Aus der Mitte bekämpfen

„Bist/Isst radikal!?“, fragt das eine professionell gestaltete Plakat provokant, „Game over“ verkündet das andere vor einem Hakenkreuz aus Tetris-Bausteinen. Sämtliche Inhalte der Plakate hat die Klasse selber dargestellt, fotografiert oder mit Photoshop bearbeitet.

Auch Hendrik Wieduwilt, Mitarbeiter des Bundesjustizministeriums, gefällt der ausgefallene Gedankengang: „Rechtsextremismus darf nicht wellenartig diskutiert, sondern muss aus der Mitte bekämpft werden. Mit ihren Alltagsbeispielen haben die Schüler das sehr anschaulich verdeutlicht.“

Die Plakate der Aachener Schülerinnen und Schüler und weitere Gewinnerbeiträge sind ab sofort bis Anfang März im Foyer des Berufskollegs, Neuköllner Straße 15, zu besichtigen.

Mit den Postern sind die Schüler gegen Filme, Spiele oder Flashmob-Aktionen von Schulen aus ganz Deutschland angetreten. Als Belohnung für ihren vierten Platz durften Esra und Maike mit ihrer Klasse zur Siegerehrung nach Berlin fahren und 450 Euro für die Klassenkasse mitnehmen. Umgerechnet sind das rund 75 Pizzen oder ungefähr 230 Currywürste. Essen gegen Rechtsextremismus, wen überzeugt das nicht?

Leserkommentare

Leserkommentare (2)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert