Aachen - Mit 25 neuen Stellen dem Pflegenotstand entgegenwirken

Mit 25 neuen Stellen dem Pflegenotstand entgegenwirken

Von: Martina Feldhaus
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Haben jetzt eine Ausbildung mit Zukunft begonnen: Die 25 Nachwuchs-Pfleger, die an Luisenhospital und Alexianer-Krankenhaus ihr Fach lernen, gemeinsam mit Vertretern beider Einrichtungen. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Immer mehr Patienten, die immer älter werden: Das Thema Pflege, ob im Krankenhaus, im Heim oder zu Hause, ist eine der großen Herausforderungen der nächsten Jahrzehnte. Das bedrohliche Stichwort lautet: Pflegenotstand. Allein bis 2020 werden einer aktuellen Studie zufolge mindestens 200.000 ausgebildete Pflegekräfte in Deutschland fehlen.

Das sind keine guten Ausgangsbedingungen. Das weiß Werner Reiche, Vorstand des Evangelischen Krankenhausvereins zu Aachen als Träger des Luisenhospitals, nur zu gut. Gerade deshalb ist es so wichtig, was er und seine Kollegen vom Alexianer-Krankenhaus jetzt zusammen erreicht haben. „Wir schaffen insgesamt 25 neue Ausbildungsplätze“, erklärt Reiche. „Damit leisten wir einen großen Beitrag, damit die Pflege in der Städteregion auch in den nächsten Jahren gesichert ist.“

25 Plätze, das scheint für den Laien erstmal nicht viel. Aber wenn man weiß, dass die Azubi-Stellen bei Luisenhospital und Alexianer-Krankenhaus damit von 75 auf 100 wachsen, und dass es drei Jahre gedauert hat, um diese Anhebung bei der Bezirksregierung Köln und den Kostenträgern durchzubringen, dann ist klar: Es ist ein wichtiger Schritt in Richtung mehr Pflegepersonal.

Und diese künftigen Pfleger haben jetzt, Anfang August, ihre zukunftsträchtige Ausbildung aufgenommen. Denn, wie Michael Braun, Pflegedirektor der Alexianer Aachen GmbH, sagt, haben die jungen Leute im Bereich der Gesundheits- und Krankenpflege eine „Arbeitsplatzgarantie für Jahrzehnte“. Schließlich werden qualifizierte Kräfte mitunter händeringend gesucht.

Auch am Boxgraben und am Alexianergraben wird guter Nachwuchs immer gebraucht. Deshalb haben auch alle nach ihrer Ausbildung die Möglichkeit, bei ihrem Ausbildungskrankenhaus zu bleiben. „Wir übernehmen rund 60 Prozent der Auszubildenden“, erklärt Luise Frenger, Pflegedienstdirektorin am Luisenhospital.

Dass diese künftigen Arbeitnehmer etwas auf dem Kasten haben, dafür sorgen die beiden Krankenhäuser in einer besonderen Kooperation, die schon seit 1986 besteht, selbst. Drei Jahre dauert die Ausbildung. Der erste, theoretische Teil wird in der Bildungsakademie des Luisenhospitals absolviert, die seit zwei Jahren mit neuen, modernen Räumlichkeiten und viel multimedialer Vermittlung daherkommt. Die Praxis findet dann in der Psychiatrie des Alexianer-Krankenhauses, in allen Fachbereichen des Luisenhospitals, in der Medizinisch-Geriatrischen Rehabilitationsklinik Haus Cadenbach, in den Caritas-Pflegestationen sowie im Zentrum für Ambulante Dienstleistungen der Alexianer „Pia Causa“ statt.

„Bei uns werden die Kompetenzen disziplin- und einrichtungsübergreifend ausgebildet. Dadurch erreichen wir eine besonders gute pflegerische Kooperation“, erklärt Jochen Vennekate, Leiter der Bildungsakademie. Derzeit bewerben sich laut Vennekate über 500 Interessierte für die – bislang – nur 75 Stellen. Mit den 25 zusätzlichen Plätzen reagieren die beiden Aachener Krankenhäuser also zum einen. Und investieren zum anderen in die Zukunft.

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