Mit 100 Jahren will BC Helios es nochmal wissen

Von: Katrin Otrzonsek
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Nachwuchsturnier in der Halle
Nachwuchsturnier in der Halle Sandkaulstr. Kampf in der Junioren Klasse zwischen David Timm (BC Helios Aachen rechts) und Jonasz Koprek (Bayer 04 Leverkusen links). Der Kampf endete Unentschieden.

Aachen. Einer der ältesten Boxvereine Europas feiert Geburtstag: Der Boxclub (BC) Helios Aachen wird im Herbst 100 Jahre alt. Doch der Reigen der Jubiläumsfeierlichkeiten begann bereits jetzt - mit einem Nachwuchsturnier.

In der Sporthalle Sandkaul­straße trafen die Boxer von 14 Vereinen aufeinander, darunter der FK Köln Kalk, Bayer 04 Leverkusen und das Boxteam Duisburg. Es gab 13 Kämpfe in unterschiedlichen Alters- und Gewichtsklassen, von Junioren über Schüler bis hin zur Jugend.

Neben Punkt- und Ringrichtern war natürlich auch eine Ringärztin vor Ort. „Vor dem Kampf untersuche ich, ob die Jungs kampftauglich sind. Dazu gehört Blutdruck messen, Puls fühlen und ihren Gesundheitszustand überprüfen”, sagte Ramona Schmidt. Die Aufgabe des Ringsprechers erledigte nach fünf Jahren Pause wieder Zsolt Szabo, der seit kurzem auch als Aushilfstrainer beim BC Helios arbeitet. „Der Club ist schon etwas Besonderes”, erzählt der IT-Berater, „Die Mitglieder trainieren auch mit dem Kopf: wir haben zur Zeit viele Studenten hier”. Der Verein zählt knapp 80 Mitglieder, etwa 50 von ihnen sind aktiv beteiligt. Der Boxclub wurde 1912 gegründet, damals noch unter dem Namen Stemmclub Aachen.

Trainiert wurden hier mehrere Sportarten, nach dem ersten Weltkrieg beispielsweise Fußball. Die Abteilung machte sich aber später unter dem Namen Blau-Weiß selbstständig. Anfang der 1920er Jahre wurde der Verein umbenannt in „Kraftsportverein Helios Aachen”. Zu jener Zeit kamen Ringen, Leichtathletik und Schwimmen ins Programm. Erst 1927 wurde von ehemaligen Mitgliedern des Box Club Roland eine Boxabteilung gegründet. 1965 wurde der Verein zum Boxclub Helios 1912. „Helios kommt aus dem Griechischen und bedeutet ?aufgehende Sonne”, erklärt Manfred Lutter, ehemaliger Diplomtrainer vom olympischen Sportbund und Sportwart beim BC Helios. Die Trainer des Vereins können Erfahrung vorweisen: Hermann Kehren, zweiter Vorsitzender und Trainer des Vereins, war 20 Jahre lang Profi-Trainer, Lutter trainierte 2000 den jungen Felix Sturm bei seiner Olympiavorbereitung.

Zum 100-Jährigen wünscht sich Lutter vor allem eins: „An die Zeit der 90er anknüpfen, als wir noch in der zweiten Bundesliga waren.” Der hauptberufliche Pädagoge der Schirmerschule Jülich, weiß auch schon, wie das zu schaffen ist: „Durch effektives Training, mehr Veranstaltungen und den ein oder anderen Sponsor wird das was”, meint Lutter. Mit dem effektiven Training haben die Mitglieder schon begonnen: Seit kurzem trainieren sie schon bis zu vier Tage pro Woche, ein neuer Hochring, Sandsäcke und Equipment wurden eingekauft. Und die nächste Veranstaltung wird auch schon geplant: „Im Herbst zelebrieren wir anlässlich unseres Jubiläums ein Turnier mit internationalen Gegnern”, verrät Lutter, „Interessiert wären beispielsweise die Iren, Russen oder womöglich die Niederländer”. Nach knapp zehn Jahren, in denen der BC Helios Aachen lediglich an Verbandsmeisterschaften teilnahm, will er wieder durchstarten, damit er das bleibt, was er die letzten 100 Jahre war: Ein zukunftsorientierter Traditionsverein mit Aufstiegspotential.
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