Missbrauch: Viereinhalb Jahre für Therapeuten

Von: wos
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Aachen. Wegen zehnfachen sexuellen Missbrauchs eines neunjährigen Mädchen ist ein 64-jähriger Therapeut aus dem grenznahen Hauset zu vier Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden.

Der Mann hatte vergangene Woche vor der 5. Großen Strafkammer des Aachener Landgerichts gestanden, die Tochter einer guten Freundin der Familie in den Jahren 2011 und 2012 missbraucht zu haben. Das Mädchen war seit ihrer Geburt im Haus des 64-Jährigen, der mit einer Lebensgefährtin zusammen gewohnt hat, regelmäßig zu Besuch.

Für den Vorsitzenden Richter Roland Klösgen war das Geständnis des Angeklagten nicht genügend von Einsicht und Reue geprägt. Zwar hatte er mit seiner Einlassung dem heute noch traumatisierten Mädchen weitere Befragungen vor Gericht erspart.

Doch verschiedene Äußerungen des Angeklagten ließen den Eindruck entstehen, dass er die Verwerflichkeit seiner Taten nicht in letzter Konsequenz eingesehen habe. Der Mann hatte dem Mädchen Reizwäsche gekauft und wollte es dazu veranlassen, sich mit einem Dildo zu befriedigen. Das sei heute beinahe normal bei den heranwachsenden Mädchen, hatte er im Prozessverlauf angeführt.

Solche Bewertungen veranlassten die Kammer, von einem Geständnis zu sprechen, das nicht unbedingt von Reue getragen war. Nachdem die Vorfälle Mitte 2012 aufgeflogen waren, wurde das Mädchen im Klinikum therapeutisch behandelt. Für die traumatischen Folgen einigten sich die Parteien auf ein Schmerzensgeld von 20.000 Euro.

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