Aachen - Michael Zobel erspürt, erriecht und erfühlt den Aachener Wald

Michael Zobel erspürt, erriecht und erfühlt den Aachener Wald

Von: Martina Rippholz
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Waldpädagoge Michael Zobel in
Waldpädagoge Michael Zobel in seinem Element: Bei genauem Hinsehen entpuppt sich dieser Hochsitz als riesiges Vogelhaus. Zu finden ist es auf der Grenzkunstroute an der Eupener Straße. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Ein sanfter Wind weht über das Feld nahe der Eupener Straße. Gemächlich stapft Michael Zobel über einen kleinen Feldweg entlang der grünen Grenze aus alten Buchen. In der Ferne surrt eine Motorsäge. Vögel zwitschern. Vereinzelt rauscht im Hintergrund ein Auto vorbei.

Zobel hält kurz inne: „Da werde ich auch mal was raus machen”, sagt er und deutet auf einen alten, umgekippten Baumstamm, der einen großen Spalt in der Mitte trägt. „Das könnte ein tolles Krokodil werden.”

Michael Zobel ist Naturführer und Waldpädagoge und als solcher immer mit offenen Augen und Ohren in der Natur unterwegs, vor allem vor allem in der Grenzregion zwischen Deutschland und Belgien. Seit vielen Jahren arbeitet Zobel auch für das „KuKuK”. Für das Kunst- und Kulturzentrum im ehemaligen Zollhaus bietet er Führungen an. Tagsüber, bei Sonnenaufgang und Sonnenuntergang geht er mit Kindern und Erwachsenen auf Entdeckungsreise durch die Natur. Aktuell auch im Rahmen der Grenzkunstroute „Übergriffe”, einem Landart-Festival, das noch bis zum 30. Oktober stattfindet und bei dem Künstler sich mit der Landschaft im deutsch-belgischen Grenzgebiet auseinandersetzen.

Zobel ist gemeinsam mit der städtischen Waldpädagogin Ute Reifferscheid dafür zuständig, Kindern und Jugendlichen den Lebensraum Wald näher zu bringen - auf spielerische Art und Weise. „Ich erspüre, errieche und erfühle mit den jungen Leuten den Wald”, erklärt er. „Sie sollen nicht nur zuhören, sondern selbst aktiv werden.” Beliebt ist zum Beispiel das Suchen und Erkennen von Tierspuren. Als „das Spiel überhaupt” nennt Zobel das Bäume ertasten. „Das kann man mit allen Altersklassen machen. Die Augen werden verbunden und dann Rinde, Blätter und Äste befühlt.” An anderen Tagen baut er Hütten, schnitzt Figuren oder rührt einen Quark aus heimischen Kräutern an.

Vom Fadenspiel im dunkeln Wald sind sowohl Zobels kleine als auch große Besucher begeistert. Der Naturführer spannt dabei einen langen Faden, an dem es sich auf dem Spaziergang entlangzuhangeln gilt. Taschenlampen sind bei dieser Führung streng verboten. „So kann man ganz neue Erfahrungen machen, die im Alltag so nicht möglich sind.”

Monster und Wölfe

Zobel weiß, dass der Kontakt zur Natur nachgelassen hat. Das merkt er an Fragen, über die er sich ab und an wundert: „Ist es gefährlich im Wald?” ist eine der häufigsten. Aber auch nach Monstern und Wölfen wird oft gefragt. „Manchmal wollen Kinder auch wissen, wo sie Stöcke finden können, obwohl sie direkt unter hunderten von Bäumen stehen”, erzählt er.

Es gibt also genügend Gründe, Aufklärungsarbeit zu leisten. Der Spaß aber steht für Zobel im Vordergrund. So gibt es Ende August wieder zwei Waldwochen für Kinder. Ab September starten dann neue Waldwanderungen - auf den Spuren von Fledermäusen, alten Waldmythen oder natürlichen Stockwerken und stets mit allen Sinnen (siehe Infobox).

Wer so lang nicht warten will, kann im Waldstück links hinter dem Grenzhäuschen an der Eupener Straße 420 die „KuKuK”-Waldwerkstatt besuchen und sich dort mit allem austoben, was er dort findet. Oder eben die Grenzkunstroute mit der ganzen Familie auf eigene Faust entdecken. Zum Beispiel das überdimensionale Vogelhaus des niederländischen Künstlers Andreas Hetfeld. Auf den ersten Blick gleicht es einem Hochsitz für die Jagd. Bei näherem Hinsehen aber hat es alles, was so ein Nisthäuschen für Meise und Co. braucht: eine Stange zum Landen und ein rundes Fütterloch. Das Häuschen ist über eine Leiter begehbar, drinnen warten Sessel und tapezierte Wände.

Termine der nächsten Waldwochen und Führungen

Die nächste Waldwoche im Rahmen der Grenzkunstroute startet am 22. August und geht bis zum 26. August, jeweils von 11 bis 15 Uhr. Geleitet wird sie von der Waldpädagogin Ute Reifferscheid. Die Teilnahme kostet 20 Euro.

Für Michael Zobels Waldwoche vom 29. August bis 2. September, von 11 bis 15 Uhr, ist eine Anmeldung nötig. Sie kostet - weil es kein städtisches Angebot ist - 75 Euro. Treffpunkt ist jeweils am „KuKuK”.

Waldführungen für Kinder und Erwachsene gibt es wieder am Montag, 5. September (18 Uhr, Dämmerungswanderung am Landgraben auf der Spur von Fledermaus und Co.), am Sonntag, 11. September (15 Uhr, Spaziergang auf der Spur der Sinne), am Samstag, 24. September (Mythos Baum) sowie im Oktober.

Anmeldungen und Information beim „KuKuK”, Eupener Straße 420, unter Tel. 0241/559423066, bei Michael Zobel unter Tel. 0032/(0)87-656449, E-Mail michael.zobel@belgacom.net und bei Ute Reifferscheid unter Tel. 0032/(0)87-652674.

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