Aachen - Messerattacke: Der Täter fühlte sich verfolgt

Messerattacke: Der Täter fühlte sich verfolgt

Von: wos
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Aachen. Das Opfer der Messerattacke leidet noch heute unter der Tat vom 26. Juli 2009. Denn seitdem die 48-jährige Aachenerin von einem Stich quer durch den Hals verletzt wurde, kann sie nicht mehr sprechen.

Am Mittwoch nun fand das sogenannte Sicherungsverfahren gegen den mutmaßlichen Täter, den 46-jährigen Enver C., vor dem Aachener Schwurgericht statt.

Mit Nicken oder Kopfschütteln gab sie Antwort auf die Fragen des Vorsitzenden Richter Gerd Nohl, bei Unstimmigkeiten nahm sie eine Zettel und schrieb der Betreuerin den Sachverhalt auf. Schließlich zeigte sie auf den mutmaßlichen Täter auf der Anklagebank. Der Beschuldigte war nach Angaben eines seiner Mitbewohner an jenem Abend - die Tat geschah nachts um 3.15 Uhr auf der Hüttenstraße - sehr auffällig geworden. Der ansonsten „sehr hilfsbereite” türkische Mitbewohner, so der Zeuge, sei an diesem Abend völlig aufgeregt in der Küche herumgelaufen.

„Er sah Geister und Dämonen”, die ihn angeblich verfolgten, schilderte der Zeuge den Abend. Er habe die Küche unter Wasser gesetzt, weil es geweihtes Wasser gegen die bösen Geister sei. Irgendwann muss C. aus dem Haus gelaufen sein und traf laut schreiend mit den Worten „Alle wollen mich umbringen” oder „Die sind hinter mir her” im Bereich Barbarastraße/Hüttenstraße auf die 48-Jährige.

Mit einer 16-Zentimeter-Klinge

Sie wollte, wie sie am Mittwoch demonstrierte, den ausgeflippten Mann beruhigen, nahm ihn in die Arme, sagte dabei, sie sei seine Mutter. Doch irgendwann muss er er auf ihr gesessen haben und ihr ein Küchenmesser mit 16-Zentimeter-Klinge in den Hals gerammt haben. Die Gutachterin bestätigte am Mittwoch, dass sie den Festgenommenen noch viele Stunden nach der Tat „in einem hochparanoiden” Zustand angetroffen habe.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass er die Messerattacke im Zustand der Schuldunfähigkeit begangen habe, weil er unter einer „paranoiden Psychose aus dem schizophrenen Formenkreis” leide. Das Gericht wird über die dauerhafte Einweisung in die Psychiatrie entscheiden.
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