Mentoren: „Im Netzwerk ist man gemeinsam stark“

Von: Martina Stöhr
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Mentoren von 15 Projekten trafen sich in der Aula Carolina. Die Begrüßung erfolgte durch OB Marcel Philipp. Foto: Ralf Roeger

Aachen. „Im Netzwerk ist man gemeinsam stark.“ Zu diesem Schluss kam Dr. Beate Blüggel, Direktorin der Volkshochschule (VHS) Aachen, als sie in der Aula Carolina über die Bedeutung der ehrenamtlichen Bildungsarbeit von Mentoren sprach. Und die könne nicht hoch genug eingeschätzt werden in einem Land, das sich nach wie vor durch eine hohe Bildungsungerechtigkeit auszeichne.

Vor allem Migranten hätten es schwer, sich in dem unübersichtlichen Bildungssystem in Deutschland zurechtzufinden. Blüggels Dank galt all den Mentoren, die sich ehrenamtlich für benachteiligte Schüler einsetzen. Laut Oberbürgermeister Marcel Philipp ist das ein Thema, das sich rasant weiterentwickelt. Im Aachener Mentorennetzwerk gibt es inzwischen 15 Projekte. In der Aula Carolina stellten sie jetzt sich und ihre Arbeit vor.

Gerd Spriewald ist Pate beim SKM (Katholischer Verein für soziale Dienste). Er betreut Familien mit Kindern und wollte sich schon jetzt schlau machen, wo er Hilfe bekommen kann, wenn das einmal nötig ist. „Hier ist alles vertreten“, sagte er mit Blick auf das Netzwerk. Kontakte knüpfen und die Angebote kennenlernen: Das ist das, was ihn in die Aula Carolina trieb.

Nils Bornwasser und Frederik Schriever gehören zum Organisationsteam von „Rock your life“. Hier coachen Studenten Hauptschüler in den letzten zwei Jahren ihrer Schulzeit und helfen ihnen dabei, eine Vision für die Zukunft zu entwickeln. Laut Nils Bornwasser waren die Anfänge gar nicht so leicht. Doch inzwischen laufe es wie geschmiert. Es gebe sogar mehr interessierte Studenten als Schüler.

Wie weit die Kapazitäten noch zu steigern seien, müsse von Zeit zu Zeit entschieden werden. Nachdem das Organisationsteam in den Anfängen aus nur wenigen Mitarbeiten bestanden habe, habe man sich inzwischen stark vergrößert. Neben der Betreuung der Schüler werden auch Feste organisiert und Besuche bei Firmen, bei denen die Schüler vor Ort unterschiedliche Berufe kennenlernen sollen.

Gut ist die Nachfrage auch bei „SchülerNavi“. Studenten geben hier Schülern ab der achten Klasse Nachhilfe in allen Fächern. Besonders beliebt sind laut Weijia Zhu Mathe, Deutsch und Englisch. An seinen Stand kamen Lehrer, Lektoren und Eltern mit ihren Kindern, die ganz konkret auf der Suche nach Nachhilfe waren. Aber die Vertreter der einzelnen Projekte statteten sich auch gegenseitig einen Besuch ab, um zu wissen, was der Markt so bietet.

Tatsächlich ist das Angebot sehr groß. Von Jute (Jugend trifft Erfahrung) über Pro Ausbildung, von Eurotürk bis hin zu dem kostenlosen Bildungsangebot der Aachener Engel gibt es ein breites Angebot an Unterstützung. Dass die einzelnen Projekte sich nun zu einem Netzwerk zusammengeschlossen haben, trifft auf breite Zustimmung.

Entsprechend zufrieden ist Heinz Zohren, Koordinator des Aachener Bündnisses für Familie. „Ich freue mich, dass so viele gekommen sind“, sagte er. Und tatsächlich standen überall kleine Grüppchen im Gespräch, tauschten sich aus und knüpften Kontakte.

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