Menschenkette gegen die Kernenergie

Von: Robert Baumann
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Aachen. „Atomkraft - Nein Danke.” Die Aufschrift auf den Plakaten und Transparenten war eindeutig. Und auch das zwei Meter hohe Atomkraftwerk (AKW) aus Pappe sorgte für reichlich Aufsehen.

Rund 100 Menschen fassten sich am Samstag in Drimborn an den Händen, um mit einer Menschenkette rund um den Pappelweiher gegen die Verlängerung der Laufzeiten von Kernkraftwerken zu demonstrieren.

„Wir wollen den Politikern mit diesen Aktionen ein unruhiges Jahr bescheren und als Bürger von der Straße Druck ausüben. Die zum Teil sehr alten Atomreaktoren sind gefährlich und dürfen nicht einfach weiterlaufen”, ärgert sich Robert Borsch-Laaks, der Organisator der Menschenkette in Aachen.

Bundesweit in mehr als 40 Städten wurden am Wochenende lokale Menschenketten gebildet, um für die große Anti-Atomkraft-Aktion am 12. März in Baden-Württemberg zu werben und weitere Mitstreiter zu mobilisieren. An diesem Tag soll eine große Menschenkette die Stadt Stuttgart mit dem AKW in Neckarwestheim bei Heilbronn verbinden.

Mit dem Protest, zwei Wochen vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg, fordern der Bund für Umwelt und Naturschutz, die Aktionsgemeinschaft Robin Wood und das Netzwerk Campact zusammen mit anderen Vereinen und engagierten Bürgern das Ende von Atomkraft und das Abschalten des zweitältesten AKWs Deutschlands.

„Sehr unglücklich”

„Die Atomenergie behindert den Ausbau erneuerbarer Energien. Wir brauchen keine Atomkraft und sind sehr unglücklich über die Laufzeitverlängerung. Die Bevölkerung will in der Mehrheit diese Energieform nicht und das wollen wir mit solchen Aktionen auch öffentlich zeigen”, erklärt Wolf von Fabeck, der Geschäftsführer des Solarenergie-Fördervereins Deutschland.

Die Menschenkette in Aachen wurde organisiert von der Nachbarschaftsinitiative „Drei Rosen”. Insgesamt sieben Drimborner Haushalte werben gemeinsam für den Ausbau erneuerbarer Energien, informieren über die Möglichkeiten für einen Stromwechsel und machen sich für das Abschalten insbesondere von Altreaktoren stark.

Gesangliche Unterstützung erfuhr die Aktion am Pappelweiher durch den Chor „Andere Saiten”, der auch an dem Protest in Stuttgart teilnehmen wird. Mit eigens hierfür umgeschriebenen Texten sang man sich den Unmut lautstark von der Seele. „Die Musik ist ein Medium, mit der man die Menschen begeistern und mitreißen kann. Und wir brauchen viele Mitstreiter, um uns Gehör zu verschaffen”, sagt Sabine Busse, Leiterin des Chors.

Auf den großen Anti-Atom-Tag am 12. März in Baden-Württemberg freut sich Robert Borsch-Laaks ganz besonders und hat sich bereits jetzt eine Busfahrkarte für die Anreise nach Stuttgart organisiert. „Ich habe an diesem Tag Geburtstag und bin überzeugt, dass der gemeinsame Protest mit Freunden an meinem Ehrentag ein unvergessliches Erlebnis wird und wir einiges bewegen können.”
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