Aachen - Menschen mit Behinderung wollen in die Ausschüsse

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Menschen mit Behinderung wollen in die Ausschüsse

Von: Carlos Kleiner
Letzte Aktualisierung:
Forderung nach mehr Mitbestimm
Forderung nach mehr Mitbestimmung: OB Marcel Philipp nimmt die Unterschriftenliste von Hugo Hamacher von der KAB entgegen. Die KAB fordert bessere Barrierefreiheit bei städtischen Bauprojekten.

Aachen. Eine kleine Stufe und man steht vor der Ladentür. Egal ob Apotheke, Schuhgeschäft oder Bioladen. Den meisten fällt der kleine Schritt gar nicht auf. Wer jedoch an den Rollstuhl gebunden ist, für den können die wenigen Zentimeter Höhenunterschied ganz entscheidend sein.

Aber nicht nur bei Geschäften in der Aachener Innenstadt stoßen Menschen mit Behinderung oft an ihre Grenzen, sondern auch bei öffentlichen Einrichtungen wie der Freitreppe zwischen Aureliusstraße und Borngasse, die deswegen sogar umgebaut werden musste.

„Es handelt sich dabei um einen Verstoß gegen das Grundgesetz, wenn Behinderte manche öffentliche Orte nicht erreichen können”, sagt Hugo Hamacher von der Katholischen Arbeitnehmer Bewegung (KAB) empört. Daher möchte die KAB als Behindertenvertreter darum, bei größeren Bauvorhaben zu Wort zu kommen, damit die Belange von Menschen mit Behinderung berücksichtigt werden können.

„Die Stadt würde viel Geld sparen, wenn man die Betroffenen vorher fragen würde. Wir sehen Problemstellen, die viele gar nicht wahrnehmen”, sagt Hugo Hamacher, der seine Forderung unter das Motto „Vorsorgen statt Nachbessern” stellt.

Um dieser Forderung mehr Gewicht zu verleihen, hat die KAB Unterschriften gesammelt, mit denen man versucht, ein Anhörungsrecht im Bauausschuss zu bekommen. Doch so einfach ist das nicht, denn die Ratsmehrheit hat sich gegen die Einbindung von zusätzlichen Interessensvertretungen in die städtischen Ausschüsse ausgesprochen.

Insgesamt sind 350 Unterschriften zusammengekommen, die kürzlich Oberbürgermeister Marcel Philipp übergeben worden sind. Dieser räumt ein, dass in der Vergangenheit nicht alles optimal gelaufen sei, aber man habe aus den Problemen etwa bei besagter Freitreppe gelernt.

Anstehende Projekte, wie die CHIO-Brücke und die Katschhoftreppe sollen in engerer Zusammenarbeit mit der Kommission für barrierefreies Bauen entstehen. Denn diese Kommission sei die zuständige Instanz, die eine frühzeitige Berücksichtigung der Interessen Behinderter bei derartigen Baumaßnahmen sicherstellen solle, so Philipp.

Hugo Hamacher kann dies nur schwer nachvollziehen, zumal es bereits einen Senioren- und Integrationsrat im Rat gibt. Für ihn ist es unbegreiflich, „dass Denkmalschutz höher angesetzt wird als die Grundrechte der Menschen”.
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