Aachen - Mehr Unterstützung fürs Ostviertel gefordert

Mehr Unterstützung fürs Ostviertel gefordert

Von: Jule Klieser
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Die Mitglieder des Arbeitskreises Lokale Ökonomie Aachen-Ost freuen sich über die Ergebnisse der Umfage unter Ostviertel-Unternehmern, die ihnen wichtige Erkentnisse über die Wirtschaftsstruktur des Stadtteils eröffnet. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. Die Wirtschaftsförderung Aachen-Ost will die lokale Ökonomie im Viertel in Schwung bringen. Dazu hat sie das Institut für Wirtschaftsgeographie der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) beauftragt, für ein Gutachten die Unternehmer des Viertels zu befragen.

Die Ergebnisse der Studie sind jetzt vorgestellt worden. 530 Unternehmen gibt es in dem Stadtteil. An der Befragung haben 98 von ihnen teilgenommen. Mittels Fragebogen hat Marco Trienes von der RWTH herausgefunden, dass Dienstleitungsbetriebe überwiegen. Dabei seien Gegenden wie Elsassstraße mehr konsumorientiert, andere wie Rotter Bruch mehr gewerblich.

Trotz ökonomisch schwieriger Zeiten habe es erstaunlich viele Neugründungen gegeben, beispielsweise 17 im Jahr 2008. Obgleich fast alle Unternehmer eine hohe berufliche Qualifikation hätten, gebe es verschiedene Anfangsschwierigkeiten, oft mangelnde kaufmännische Kenntnisse. Bislang seien von den Geschäftleuten insitutionalisierte Beratungsangebote jedoch kaum in Anspruch genommen worden. Hier könnte eine Wirtschaftsförderung ansetzen.

Im Ostviertel ist hauptsächlich Kleinwirtschaft (weniger als fünf Mitarbeiter) angesiedelt. Das hat Auswirkungen auf die Ausbildungssituation. Denn meist hätten die großen Unternehmen viele Ausbildungsplätze. Den Kleinen im Ostviertel dagegen fehle oft die formelle Voraussetzung.

Schwache Kaufkraft

Das Image des Stadtteils bekam von den Gewerbetreibenden die Note fünf. Vor allem deutsche Unternehmer halten nicht viel vom Umfeld. Die Kaufkraft sei zudem schwach und die Unterstützung seitens der Wirtschaftsförderung gering, finden die Befragten. Lediglich die Verkehrsanbindung wird für gut befunden und auch, dass viele Arbeitskräfte und Lieferanten in der Nähe seien.

Die Unternehmen wünschen sich mehr Unterstützung von der Wirtschaftsförderung. Sie meinen, Aachen-Ost könnte stärker bei den Kunden bekannt gemacht werden.

„Diese Infos sind Gold wert”, kommentierte Bülent Tiz, Ansprechpartner der Wirtschaftsförderung vor Ort, die Untersuchung. „Wir werden Handlungsmaßnahmen entwickeln und uns um die Belange der Unternehmer kümmern, aber auch um die der sozialen Einrichtungen”. Im ersten Schritt sei bereits ein Arbeitskreis „Lokale Ökonomie” entstanden, der die Vernetzung im Ostviertel vorantreiben soll.

Ihm gehören Unternehmer, Vertreter der Wirtschaftsförderung und verschiedener Einrichtungen an. Der Arbeitskreis hat schon Projekte initiiert wie die Kunstroute, die im September eine Art Leerstandzwischennutzung sein wird. In Arbeit ist außerdem eine nachhaltige Sauberkeitsaktion mit Schulen und gemeinnützigen Einrichtungen. Der Zusammenschluss will zudem Schulungen anbieten, die Existenzgründung fördern und die Wirtschaft stabilisieren.

Bülent Tiz ist im Reichsweg 19-42 unter 0241/4327666 zu erreichen.
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