Mehr Geld vom Land für die OGS - aber wer kriegt es?

Von: mg
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Mehr Geld für das Nachmittagsprogramm an den Grundschulen: Der Stadt Aachen sind ab Februar höhere Landeszuschüsse für die Offene Ganztagsschule in Aussicht gestellt.

Die Frage ist allerdings, wie das Geld genau eingesetzt werden soll. Die Trägervereine der OGS fordern, die Erhöhung der Landesmittel auch an die Träger weiterzugeben.

Die Verwaltung schlägt dagegen vor, das Geld für die Konsolidierung des Haushalts zu verwenden. Immerhin stecke die Stadt viel eigenes Geld in die OGS. Nächste Woche befassen sich der Kinder- und Jugendausschuss sowie der Schulausschuss mit dem Thema.

An 39 Aachener Grundschulen gibt es mittlerweile OGS-Angebote, insgesamt bestehen 162 Gruppen. Nach ersten Berechnungen kann Aachen dafür vom Land mit 440000 Euro zusätzlich für das Haushaltsjahr 2011 rechnen. Die Verwaltung verweist darauf, dass die Stadt Aachen als Schulträger schon jetzt mehr Geld in die Nachmittagsangebote stecke als im Landesgesetz gefordert. Die Stadt fördere die OGS derzeit freiwillig mit insgesamt rund 2,3 Millionen Euro pro Schuljahr.

Schon jetzt fehlen Fachkräfte

Eine Erhöhung der Landesmittel müsse an die Träger weitergereicht werden, argumentieren dagegen die Trägervereine in einem gemeinsamen Antrag an die Stadt. So könne die Qualität der pädagogischen Bildungs- und Erziehungsarbeit weiterhin sichergestellt werden. Gabriele Niemann-Cremer, Geschäftsführerin der Arbeiterwohlfahrt, hat den Brief als Geschäftsführerin des OGS-Trägervereins „Betreute Grundschulen” mit unterschrieben.

Im Vergleich zu anderen Kommunen sei Aachen im Bereich Offene Ganztagsschule gut aufgestellt, erklärt Niemann-Cremer. „Auch fachlich haben die Trägervereine viel getan und Fachpersonal, zum Beispiel Sozialpädagogen und Erzieherinnen, eingestellt. Diese Fachkräfte müssen aber auch entsprechend bezahlt werden.” Und schon jetzt sei der Fachkräftemangel in der OGS groß.

Niemann-Cremer verweist auch auf die Herausforderung, die der Gemeinsame Unterricht (GU) von Kindern mit besonderem Förderbedarf für die Betreuung am Nachmittag mit sich bringe. „Die meisten GU-Kinder gehen auch in die OGS”, weiß Niemann-Cremer. Darunter seien Kinder mit Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom (ADS) oder stark verhaltensauffällige Kinder, die auch ein Mehr an Betreuung verlangten. Eigentlich brauche die OGS nicht nur den erhöhten Landeszuschuss: „Für die Betreuung der GU-Kinder müsste ein qualifiziertes Konzept her.”

CDU und Grüne wollen im Rahmen ihrer Haushaltsgespräche abstimmen, wie das zusätzliche Geld konkret eingesetzt werden soll. CDU-Fraktionschef Harald Baal begegnet dem Runderlass aus Düsseldorf allerdings mit einer Portion Skepsis: „Bisher haben wir nur Ankündigungen”, sagt er. „Und von all den Segnungen, die uns aus Düsseldorf versprochen sind, haben wir noch keinen Euro auf dem Konto.”

Mehr OGS-Plätze

Sofern das Geld kommt, steht für Ulla Griepentrog, schulpolitische Sprecherin der Grünen, fest, dass die Fördermittel auch im Jugendbereich bleiben. „Wir müssen die OGS ausbauen”, betont Griepentrog. Bis 2015 wolle man eine 70-prozentige Versorgungsquote erreichen. „Deshalb müssen wir nun im Detail sehr genau prüfen, wo das Geld besonders dringend gebraucht wird.”

Die Opposition befürchtet allerdings, dass Schwarz-Grün das Geld aus Düsseldorf nutzen wird, um den (freiwilligen) städtischen OGS-Anteil zurückzufahren. „Es wäre nicht zu vermitteln, wenn dieses Geld an den Schulen nicht ankommt”, kommentiert die Fraktion Die Linke.

„Bei der Höhe der städtischen Eigenmittel sollte es bleiben”, betont auch Martin Künzer, jugendpolitischer Sprecher der SPD. Aber auch die Sozialdemokraten wollen genau hinschauen, wo Gelder besonders nötig sind. „Vor einer Entscheidung sollten die OGS-Träger angehört werden”, so Künzer. „Wir müssen sehen, in welchen Bereichen der OGS mehr gefördert werden muss.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert