Aachen - Mehr Geld für Personal in den Kindertagesstätten

Mehr Geld für Personal in den Kindertagesstätten

Von: Margot Gasper
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Im Mai soll der NRW-Landtag die neue Fassung des Kinderbildungsgesetzes (Kibiz) beschließen. Im Kinder- und Jugendausschuss stellten Sabine Fischer und André Kaldenbach vom Fachbereich Kinder, Jugend und Schule nun die Eckpunkte vor.

Die gute Nachricht: Das Land gibt ab Sommer deutlich mehr Geld für Personal in die Kommunen. Davon profitieren die Kindertagesstätten, auch in Aachen. 45 Millionen Euro fließen in den Elementarbereich, so Kaldenbach. Nach ersten überschlägigen Berechnungen erwartet er rund 650.000 Euro für die Aachener Kitas: „Deutlich mehr als bisher.“

Ganz neu geregelt wird die Sprachförderung. Der ungeliebte Sprachtest „Delfin 4“ wird abgeschafft, stattdessen sollen die Erzieherinnen in den Kitas das Sprachvermögen die Kinder testen. Auf welcher Grundlage, das ist allerdings noch offen. „Fördermittel gehen künftig gezielt an Kitas mit besonderem Sprachförderbedarf“, erläuterte Sabine Fischer.

Für die Sprachförderung gibt das Land 25 Millionen Euro aus. Aachen darf mit rund 420.000 Euro rechnen, auch das ist mehr, als bisher in die Sprachförderung fließt. Die Frage ist allerdings, wie diese Kitas ermittelt werden und was mit den Einrichtungen ist, die künftig kein Geld bekommen.

Richtig kompliziert wird es allerdings bei der künftigen Berechnung der Kindpauschalen vom Land. Gerechnet wird künftig auf der Basis der tatsächlichen Belegung in den Kitas, erklärte Kaldenbach. Hält eine Einrichtung also Plätze frei für Kinder, die im Laufe des Kita-Jahrs einen Platz bekommen müssen, dann fehlt Geld in der Bilanz der Einrichtung. Eine sogenannte Planungsgarantie soll allerdings sicherstellen, dass die Kita auf jeden Fall die Summe vom Land bekommt, die auch im Vorjahr geflossen ist. „Zu dieser Sache haben wir noch viele Fragen“, betonte Kaldenbach.

Hilfe bei den Küchenkräften

Ein echtes Plus der Kibiz-Revision ist aus Sicht von Verwaltung und Politik die neue Verfügungspauschale. Davon können die Kita-Träger zum Beispiel Küchenkräfte bezahlen, um die Erzieherinnen in der Mittagszeit zu entlasten. Rund 805 000 Euro werden für Aachen aus diesem Topf zur Verfügung stehen.

Grundsätzlich sollen die Kommunen nach dem neuen Kibiz auch auswärtige Kinder aufnehmen. Vorgesehen ist, dass die Heimatkommunen des Kindes einen Teil der Kosten erstatten und 40 Prozent der Landesmittel für den Kitaplatz weiterreichen. Aktuell werden in der Einpendlerstadt Aachen 154 Kita-Kinder aus anderen Kommunen betreut. „Danach hätte Aachen 500.000 Euro zu erwarten“, rechnete Kaldenbach vor. Allerdings gehen in die Rechnung auch 145.000 Euro ein für Kinder, die im benachbarten Belgien oder in den Niederlanden leben. Und ob die Erstattungsregelung auch bei Kindern aus dem Ausland greift, ist noch gar nicht geklärt.

Kein „Zuschlag“ für Tagesmütter

Die Bildungsarbeit von Kindertagesstätten wird im neuen Gesetz erstmals detailliert beschrieben. Für zusätzliche Aufgaben der Kitas, etwa die Dokumentation der frühkindlichen Bildungsarbeit, sei allerdings kein zusätzliches Personal vorgesehen, kritisierte Sabine Fischer.

Ein Aspekt dürfte besonders die Aachener Tagesmütter interessieren: „Private Elternbeiträge“ an Tagespflegepersonen sollen künftig per Gesetz ausgeschlossen werden. Tagesmütter würden dann nur den Satz bekommen, den die Kommunen festgelegt haben. Einen „Zuschlag“ dürfen sie künftig nicht mehr von den Eltern fordern.

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