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Mehr als eine Blümchenschau: Aachen will noch ein Mega-Projekt

Von: Gerald Eimer
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Trotz erheblicher Bedenken in allen politischen Lagern wird sich die Stadt Aachen im Verbund mit der Städteregion wohl um die Internationale Gartenbauaussstellung (IGA) im Jahr 2017 bewerben.

CDU, SPD und Grüne signalisierten am Mittwoch im Hauptausschuss ihre grundsätzliche Zustimmung zu dem Projekt, das an die Euregionale 2008 anknüpfen und das Landschaftsbild der Region verändern soll.

Auf mehr als 200 Millionen Euro addieren sich die Investitionskosten, die in einem Zeitraum von 2010 bis 2018 getätigt werden sollen, rechnete Euregionale-Geschäftsführer Henk Vos in einer ersten Projektstudie vor, die er am Mittwoch gemeinsam mit dem Landschaftsarchitekten Ernst Herbstreit den Politikern vorstellte.

Dafür bekomme die Region mehr als eine „Blümchenschau”, wie Vos betonte. Die IGA müsse als Schlüsselprojekt für die weitere Stadtentwicklung und als Beitrag zur Wiederherstellung einer Industrielandschaft betrachtet werden.

Unter dem etwas kopflastigen Arbeitstitel „Wandel in die post-fossile Gesellschaft” sollen speziell die Themen Bergbau, Ressourcen, Energie aber auch Klima aufgearbeitet werden, erläuterte Herbstreit, der mit Gartenschauen viel Erfahrung hat. Dabei gehe es vor allem darum, „Problemlösungen” für die Haldenlandschaften, die Tagebauregion oder auch ehemalige Militärgelände wie Camp Astrid zu erarbeiten. In Aachen richtet sich sein Blick auf die Parklandschaften im Aachener Nordwesten sowie die neue Hochschulstadt Campus Europa.

Das Konzept lässt noch viele Details unbearbeitet, was nicht zuletzt an dem immensen Zeitdruck liegt, unter dem die Planer derzeit arbeiten und die Politiker entscheiden müssen. Denn die Städteregion kommt nur deshalb zum Zuge, weil die Bodenseeregion, die eigentlich schon den Zuschlag hatte, wieder abspringen musste.

60 Millionen Euro Eigenbeitrag

indestens 50 bis 60 Millionen Euro müssten Stadt und Region als Eigenleistung erbringen, glaubt Vos. Dem stünden noch nicht genauer bezifferbare positive wirtschaftliche Effekte aus einem höheren Touristenaufkommen, Eintrittsgeldern und neuen Arbeitsplätzen gegenüber - abgesehen von den grundsätzlichen dauerhaften Impulsen durch solch ein Mega-Projekt.

Es gebe heutzutage kaum noch Alternativen zu solchen Projekten, um Stadtentwicklung voranzutreiben, erklärte Harald Baal für die CDU. Er signalisierte nach „intensiver Diskussion” in seiner Fraktion, die Bewerbung um die IGA mittragen zu wollen.

Auch Karl Schultheis (SPD) und Hermann-Josef Pilgram (Grüne) verwiesen auf parteiinterne kontroverse Diskussionen, werden aber wegen der „herausragenden” Bedeutung für die weitere Entwicklung der Region zustimmen. Als „inhaltlich interessant” stuften auch Marc Treude (Linke) und Wilhelm Helg (FDP) das Vorhaben ein. Die Tendenz geht in beiden Parteien jedoch wegen der enormen finanziellen Belastung für die Stadt zu einem Nein zur Bewerbung.

Oberbürgermeister Jürgen Linden zeigte Verständnis für die „Bauchschmerzen” der Politiker, appellierte jedoch, sich für „Visionen und Ideale” einzusetzen, damit Aachen im Wettbewerb mit anderen Regionen mithalten könne. Vos spricht gar von einem „regionalen Konjunkturprogramm”.

Bereits am 18. Februar muss der Rat eine Entscheidung treffen. Es sieht trotz der finanziellen Unwägbarkeiten nach einer breiten Zustimmung für die IGA 2017 aus. In diesem Fall müssten die Bewerbungsunterlagen spätestens am 13. März bei der Deutschen Gartenbaugesellschaft eingereicht werden.

Aachen würde dann mit der Bundeshauptstadt konkurrieren. Denn der Berliner Senat hat bereits Ende November einer Bewerbung zugestimmt. Dort soll das Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof entwickelt werden. Wer den Zuschlag erhält, entscheidet sich voraussichtlich im November 2009.
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