Mehr als 500 würdigen Benno Werth mit Worten und Musik

Von: Jürgen Ammann
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Laudatorinnen: (v.l.) Margareta Ritter, Professor Dr. Engeln-Müllges, Maritta Prätzel und Dr. Dagmar Preising. Foto: Jürgen Ammann

Monschau/Aachen. Weit mehr als 500 Gäste hatten sich am Samstag im Monschauer Aukloster zu Ehren des Künstlers Benno Werth eingefunden. Mit einem Festakt würdigten die Stadt Monschau, Familienangehörige und viele Freunde und Anhänger seiner Kunst den weit über die Region hinaus bekannten Maler und Bildhauer und gratulierten ihm zu seinem 85. Geburtstag.

Dieser Festakt war auch die offizielle Eröffnung der Ausstellung „Malerei und Skulpturen“, die bis zum 4. Mai im Aukloster zu sehen ist. Professor Gisela Engeln-Müllges, seit über 20 Jahren Vertraute und Lebensgefährtin von Benno Werth, begrüßte die Gäste und freute sich über die überwältigende Teilnahme.

„Es ist eine große Ehre für Benno Werth, auch wenn er es selbst nicht erleben kann. Ich werde versuchen, es ihm begreiflich zu machen“, sagte sie und wies so unausgesprochen auf die schwere Krankheit ihres Partners hin. Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter erklärte, sie habe ihrem Amtszimmer ein Triptychon des im sächsischen Riesa geborenen Künstlers.

Die Zeugnisse des Wirkens von Werth in Monschau zu haben, bezeichnete sie als Geschenk für die Stadt. Besondere Freunde von Benno Werth waren für die musikalische Umrahmung verantwortlich. Das Trio „Simone Helle and Friends“ fungierte durch die krankheitsbedingte Abwesenheit der Sängerin Simone Helle als Duo. Professor Marcus Baumann, Rektor der Fachhochschule Aachen, wo Benno Werth einst lehrte, am Flügel und Kalle Radermacher am Kontrabass verzauberten die Gäste.

Auch Maritta Prätzel, Direktorin des Stadtmuseums Riesa mit Benno-Werth-Sammlung, hatte die Strecke von 700 Kilometern nach Monschau nicht gescheut, um Werth zu würdigen. In ihrer Laudatio sprach die Diplom-Museologin über die besondere Beziehung zwischen Riesa und Benno Werth.

„Benno hat dort seine ersten künstlerischen Erfahrungen gesammelt. Nach dem Mauerfall ist er in seine Heimat zurückgekehrt und hat uns mit einer großen Ausstellung eine sehr große Freude bereitet. Riesa und seine Bürgerinnen und Bürger haben und werden Benno Werth nicht vergessen. “

Meilensteine seines Schaffens

Dr. Dagmar Preising, Leiterin des Couven-Museums und Kuratorin am Suermondt-Ludwig-Museum in Aachen, führte in Werths Kunst ein und ging auf die Meilensteine seines Schaffens und Wirkens ein. Bereits 1946, während seines Studiums der Bildhauerei und Malerei in Düsseldorf, entstanden erste Arbeiten.

Seit 1950 arbeitete er als Bildhauer und Maler, schuf künstlerische Kirchenausstattungen und Krankenhausgestaltungen, Straßen- und Platzgestaltungen inklusive Brunnenanlagen. 1962 machte er seine bahnbrechende Erfindung des Negativ-Form- und Gussverfahrens für Metalle publik, welches komplizierte Hinterschneidungen in einem Guss ohne jede Schweißnaht möglich macht.

Im Jahr 1986 wurde er als Professor für plastisches Gestalten und Formgestaltung an die FH Aachen berufen. Von 1992 bis 1994 stand er dem Fachbereich als Dekan vor. Seit 1995 ist er wieder als freier Bildhauer und Maler tätig. Seine Kunst beschrieb Preising als äußerst vielfältig.

Sie äußere sich in der Gestaltung öffentlicher Plätze und Landschaften, von Kirchen und Rathäusern, Glasfenstern, Bildern, Skulpturen und Wandteppichen. Dabei ließ er sich immer von seinem Prinzip der Spontanität und Improvisation leiten. Die Farbe „Rot“ stelle Werth zumeist prominent in den Vordergrund.

Mehr als 140 Ausstellungen, davon 65 Einzelausstellungen im In- und Ausland (Wien, Paris Mexico, New York), belegen die Kreativität des national- und international sehr anerkannten Künstlers. „Wir blicken auf eine 70-jährige unglaubliche Lebensleistung, der wir großen Respekt schulden“, bilanzierte Dagmar Preising.

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