Aachen - Mehr als 50 Familien auf der Warteliste

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Mehr als 50 Familien auf der Warteliste

Von: Margot Gasper
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Sie rühren kräftig die Werbe
Sie rühren kräftig die Werbetrommel und hoffen auf weitere Freiwillige für die Initiative Familienpaten: Eva-Maria Wagner (links) und Marion Scheins. Am 30. Januar gibt es einen Foto: Harald Krömer

Aachen. Familie ist manchmal nervig und oft genug peinlich. Familie kann aber auch eine wertvolle Unterstützung sein. Etwa wenn die Kinder klein sind, der Alltag anstrengend und wenn wieder einmal alles zusammenkommt. Aber nicht alle haben das Glück, dass Oma, Opa, Tante oder gute Freunde in der Nähe wohnen.

Hier setzt die Initiative Familienpatenschaften an. Sie vermittelt Frauen und Männer, die sich ehrenamtlich um Eltern und ihre Kinder kümmern und ein Stück Alltag mit den Familien leben.

Allerdings ist die Nachfrage sehr viel größer als die Zahl der Paten. Das Angebot, das jetzt seit sechs Jahren besteht, ist ein derartiger Renner, dass mittlerweile mehr als 50 Familien auf der Warteliste stehen. „Trotz der vielen Ehrenamtler können wir den Bedarf nicht decken”, bedauern Eva-Maria Wagner und Marion Scheins von der Fachstelle Familienpatenschaften. Wer also gerne mit Kindern zu tun hat und regelmäßig etwas Zeit erübrigen kann, ist bei ihnen mehr als willkommen.

Baustein im Bündnis

Das Projekt ist eine Initiative des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) und des Katholischen Verbands für soziale Dienste (SKM) in Aachen, es ist Baustein im Bündnis für Familie und Partner im Netzwerk Frühe Hilfen.

Die Familienpaten sind gedacht für junge Familien mit Kindern bis zwölf Jahren, die in Aachen keine Unterstützung durch ihre Familien haben. Die Bedürfnisse sind natürlich ganz unterschiedlich. Alleinerziehende müssen den Alltag mit Kindern stemmen. Familien mit Migrationshintergrund sehen sich mit besonderen Herausforderungen konfrontiert. Und manche Eltern haben gleich mehrere noch sehr junge Kinder zu versorgen. „Wir betreuen viele Familien mit Zwillingen und sogar vier Drillingsfamilien”, berichtet Eva-Maria Wagner. Da werde jede helfende Hand gebraucht.

Die Familienpaten sollen ein „zusätzliches Beziehungsangebot” sein, erklärt Eva-Maria Wagner. Die Freiwilligen verbringen Zeit mit den Kindern und können so helfen, deren Entwicklung zu fördern. Sie sind Ansprechpartner für die Eltern und sorgen für wenigstens etwas Entlastung. Mindestens drei Stunden in der Woche sollte ein Pate für „seine” Familie Zeit haben.

„Die ehrenamtlichen Familienpaten sind aber keine Babysitter und keine Haushaltshilfen”, betont Marion Scheins mit Nachdruck. „Und wir können Eltern auch keinen Familienpaten vermitteln, der immer da ist, wenn sie arbeiten.”

SKM und SkF bringen Familien und Paten zusammen und begleiten die gesamte Patenschaft. Die Paten werden fachlich beraten, sie können sich fortbilden und mit anderen Familienpaten austauschen. „Und wir achten auch darauf, dass die Paten sich nicht überfordern”, betont Eva-Maria Wagner. Die Ehrenamtler sind unfall- und haftpflichtversichert und bekommen anfallende Fahrtkosten erstattet.

Besorgter Blick

So erfolgreich das Projekt ist: Was die Finanzen angeht, blicken Eva-Maria Wagner und Marion Scheins besorgt in die Zukunft. Die professionelle Betreuung der Ehrenamtler kostet rund 90 000 Euro im Jahr. Die Stadt konnte angesichts der angespannten Haushaltslage im vergangenen Jahr keinen Zuschuss beisteuern. Deshalb mussten SKM und SkF das Projekt aus eigener Kraft stemmen. Über den Förderantrag für 2012 ist noch nicht entschieden.
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