Aachen - Medienentwicklungsplan: Schulen auf dem Weg ins digitale Zeitalter

Medienentwicklungsplan: Schulen auf dem Weg ins digitale Zeitalter

Von: Sarah-Lena Gombert
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Lara Langfort-Riepe (von links) vom Medienzentrum und Karl-Josef Mathar sowie Heinrich Brötz vom Fachbereich Kinder, Jugend und Schule haben den städtischen Medienentwicklungsplan vorgestellt. Foto: Krömer

Aachen. Im Mathematik-Unterricht auf einem Tablet programmieren lernen, in Musik einen Podcast aufnehmen oder im Fach Deutsch den richtigen Umgang mit Suchmaschinen ausprobieren: Die digitalen Welten spielen an den 59 Grundschulen und weiterführenden Schulen in der Stadt immer wieder eine Rolle.

Während es bislang allen Einrichtungen weitestgehend selbst überlassen war, in welcher Form sie Mediennutzung in den Unterricht einbinden, will die Stadt jetzt koordinierend zur Hilfe eilen: Ein neuer kommunaler Medienentwicklungsplan soll auf der einen Seite für eine gewisse Standartisierung sorgen, andererseits durch hohe Flexibilität den Schulen genügend Freiraum lassen. Das ist auch wichtig: Denn Experten gehen davon aus, dass durch einen Landeserlass Schulen bald dazu gezwungen werden, ein Mediennutzungskonzept vorzulegen, wenn sie technische Ausstattung für ihren Unterricht bekommen wollen.

„Es ist das erste Konzept dieser Art, das wir in Aachen entwickeln“, sagt Heinrich Brötz vom Fachbereichsleiter Kinder, Jugend und Schule der Stadt Aachen. Wichtig sei an diesem Konzept unter anderem, dass pädagogische Ansätze und die technische Ausstattung einer Schule in Zukunft nicht mehr getrennt betrachtet werden. „Die technische Ausstattung einer Schule muss dem pädagogischen Konzept entsprechen“, betont Brötz.

Weil die Anforderungen an die Schulen stetig steigen, hält auch Karl-Josef Mathar von der Stadt eine Medienkonzeption der Schulen für unabdingbar – und vor allem deren Fortschreibung. Schon vor 20 Jahren habe man in Aachen in Schulen die ersten Computer aufgestellt, die mittlerweile natürlich veraltet seien und auch erneuert wurden. „Eigentlich ist der technische Fortschritt zu schnell für eine Verwaltung“, sagt Mathar.

Weil aber viele Schüler ohnehin von zuhause aus mit moderner Technik ausgestattet werden und diese oft ohnehin mit zur Schule bringen, setzt die Stadt jetzt auf das Motto: „Bring your own device“ (auf Deutsch: Bring dein eigenes Gerät mit!“). Im Gegensatz zu früher, als Kinder für das Mitbringen eines Handys noch Ärger bekommen haben, sollen sie jetzt motiviert werden, ihr Smartphone im Unterricht zu nutzen. „Wir wissen, dass das ein sehr sensibles Thema mit vielen Facetten ist“, sagt Heinrich Brötz. Es müssten nicht nur technische, sondern vor allem auch soziale Aspekte berücksichtigt werden. Welche Familien können sich Smartphones leisten, welche nicht. Welcher Förderverein kann helfen – und was sieht das Konzept der Schule überhaupt vor?

Hier kommt Lara Langfort-Riepe vom euregionalen Medienzentrum mit ihrem Team ins Spiel: „Unsere Medienberater können die Aachener Schulen dabei unterstützen, ihr Konzept zu entwickeln“, erklärt sie. Wichtig sei ihr dabei vor allem, dass diese Konzepte nicht aus der Schublade kommen, sondern für jede einzelne Schule individuell entstehen: „Jede Schule hat einen anderen Schwerpunkt und auch andere Herausforderungen zu meistern“, sagt Langfort-Riepe.

Das gelte es bei der Konzeptentwicklung zu berücksichtigen. Damit die Lehrerinnen und Lehrer eine Idee davon bekommen, wie sie moderne Medien in den Unterricht einbinden können, gibt es beispielsweise den Medienpass NRW, der bis zur Klassenstufe zehn angelegt ist und vermittelt, welche Kompetenzen ein Kind oder ein Jugendlicher im Umgang mit Medien haben sollte. Darüber hinaus bietet das Medienzentrum Kurse und Beratungen für Lehrkräfte an, die sich mit modernen Medien beschäftigen wollen. Langfort-Riepe: „Von einem Schulfach ‚Medien‘ sind wir weit entfernt, darum werden wir das Thema Medien im Fachunterricht ansprechen müssen.“

Denn dass die Kinder den richtigen, verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien erlenen müssen, steht für sie außer Frage. „Es muss aber nicht immer der Umgang mit dem Tablet im Klassenzimmer sein“, sagt Langfort-Riepe. In Aachen gebe es viele außerschule Lernorte, die sich für digitalen Unterricht sehr gut eignen.

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