Aachen - Matschweg in der Warteschleife

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Matschweg in der Warteschleife

Von: Werner Czempas
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Aachen. Der Gehweg ist angeblich ein Bürgersteig. Aber bei Regen ist er eher ein schlammiger, pfützenbesetzter Kartoffelacker.

Doch ob Regen oder Sonnenschein - immer ist der Weg an der Abteistraße in Burtscheid mit Autos vollgeparkt. Die SPD-Fraktion will den Weg für die Fußgänger zurückerobern, die Verwaltung will alles beim Alten lassen.

Mit dem Antrag, „in der Abteistraße im Abschnitt Viehhofstraße/Von-Pastor-Straße auf der Seite des Ferberparks ein Parkverbot zugunsten eines Fußwegs anzuordnen”, beschäftigte sich jetzt die Bezirksvertretung Aachen-Mitte. Die Verwaltung schlug vor, „angesichts der örtlichen Situation von einer Veränderung der aktuellen Parksituation abzusehen”.

Zwar gibt die Verwaltung zu, dass seit vielen Jahren auf dem parkseitig gelegenen Gehweg bis zu 20 Autos abgestellt werden. Das Parken werde aber nicht beanstandet, da Fußgänger den Gehweg nicht benutzten. Der parallel verlaufende Weg durch den Ferberpark sei für Spaziergänger attraktiver. Überdies werde sich der Wegfall von 20 Parkplätzen in der Abteistraße wie in der Von-Pastor-Straße „spürbar auswirken”. Wegen der dortigen Gebühren sei das Parkhaus Marienhospital für die Anwohner „kein vergleichbares Angebot”. Also schlug die Verwaltung vor, an der Situation in der Abteistraße nichts zu ändern. Helga Gaube für die Grünen und Marianne Conradt für die CDU sahen das auch so. Grüne und CDU wollten der Verwaltungsvorlage folgen und auf dem morastigen Weg alles lassen, wie es ist. Doch hatte die Ratsmehrheit die Rechnung ohne eine sich heftig empörende SPD gemacht.

„Erstaunlich”

Ihre Sprecherin Marlies Diepelt fand die Ansicht der Verwaltung „erstaunlich”, Fraktionskollegin Lilli Philippen meinte, die Argumente der Verwaltung seien „an den Haaren herbeigezogen”. Die Sicht auf den Ferberpark werde von den Autos total zugestellt. Vize-Bezirksvorsteher Heiner März wähnte sich gar „im falschen Film”, denn der Gehweg in diesem rechts und links mit einer Blechschlange zugestelltem Abschnitt der Abteistraße sei eine einzige Katastrophe und total matschig. Wegen der „Riesenbordsteine” sei das Parken sogar für die Autofahrer eine Quälerei. Die Ansicht der Stadt, es herrsche im Viertel enormer Parkdruck, sei nicht nachvollziehbar. Es könne nicht Aufgabe der Verwaltung sein, mutmaßte März, dort kostenlose Parkplätze für Mitarbeiter des Marienhospitals vorzuhalten.

Im übrigen seien die Anwohner der Abteistraße überhaupt nicht befragt worden. Die Vorlage der Verwaltung sei „unglaublich und an dieser Stelle unzutreffend”, geriet März immer mehr in Rage . Nun ist der frühere Bezirksvorsteher ein erfahrener Politfuchs. Und so zog er auch in Aachen-Mitte wieder ein As aus dem Ärmel, als er mit unbewegter Pokermiene so nebenbei in die Runde warf: „Ich möchte an unseren Grundsatzbeschluss erinnern, kein Gehwegparken mehr zuzulassen.”

Punkt. Der Volltreffer saß. Da schluckte auch der neue Bezirksvorsteher Achim Ferrari von den Grünen. Und er ließ seinen früheren Koalitionspartner Heiner März denn auch nicht im Stich. Auch ihm, so Ferrari, sei die Begründung der Verwaltung „nicht ganz nachvollziehbar”. Zweifelsohne gebe es den Grundsatzbeschluss, auf Gehwegen das Parken nicht zu gestatten. Ferrari: „Die Vorlage der Verwaltung ist nicht eindeutig.”

Flugs steuerten Grüne und CDU um, und so waren sich am Ende dann doch wieder alle einig: erneute Klärung des Falles durch die Verwaltung und Wiedervorlage in der nächsten Sitzung.
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