Marsch für den Frieden vom Ponttor zu St. Foillan

Von: Martina Stöhr
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Rund 80 Menschen ziehen am Neujahrstag vom Ponttor zu St. Foillan, um für den Frieden in der Welt zu demonstrieren. Foto: Andreas Herrmann
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Der Aachener Bischof Heinrich Mussinghoff kritisiert in seiner Ansprache an die Demonstranten in der Kirche St. Foillan die neoliberale Marktwirtschaft als einen Erzeuger von Ungleichheit und Ungerechtigkeit. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Afghanistan, Irak, Nigeria, Pakistan und viele Länder mehr. Die Liste der Länder, in denen Kriege herrschen ist lang, und genau darauf machten die Friedensdemonstranten der Gemeinschaft Sant’Egidio bei ihrem Marsch vom Ponttor bis zu Kirche St. Foillan am Münsterplatz am Neujahrstag aufmerksam.

„Frieden für die Welt“ stand auf dem großen Banner, das sie vor sich hertrugen und: „Damit das neue Jahr ein Jahr des Friedens werde in unseren Städten und in allen Ländern der Welt.“ In St. Foillan lauschten die rund 80 Friedensdemonstranten später den Worten von Bischof Heinrich Mussinghoff, der ganz im Sinne des Papstes der Brüderlichkeit einen herausragenden Stellenwert gab.

Der Friedensmarsch sei ein großartiges Zeichen für die Bereitschaft, am Frieden mitzuwirken, sagte er. In uns allen lebe ein unstillbares Verlangen nach Brüderlichkeit, erinnerte Mussinghoff an die Worte des Papstes. Sie gehöre zum Wesen des Menschen. In seiner Friedensbotschaft nimmt Papst Franziskus unter dem Titel „Brüderlichkeit – Fundament und Weg des Friedens“ auch Bezug auf die Geschichte von Kain und Abel als Beweis für die Möglichkeit, entgegen der Brüderlichkeit zu handeln. Bischof Mussinghoff nannte die neoliberale Marktwirtschaft als einen Erzeuger von Ungleichheit und Ungerechtigkeit.

„Wir resignieren nicht vor dem Krieg, der das Ergebnis von Ungerechtigkeiten ist“, betonte anschließend Manuela Brülls im Namen der Gemeinschaft Sant’Egidio. Die Gemeinschaft werde sich auch in Zukunft für den Frieden einsetzen, indem sie mit vereinten Kräften trennende Mauern einreißen wolle.

Unterschiedliche Nationalitäten

Umso mehr freute sich Kerstin Birke von der Gemeinschaft, das beim Friedensmarsch in Aachen unterschiedliche Nationalitäten vertreten waren. Die Gemeinschaft Sant’Egidio sei in Aachen mit rund 30 Anhängern zwar eher klein, ihre Arbeit sei dennoch nicht zu unterschätzen. Neben dem alljährlichen Friedensmarsch hat sie auch in diesem Jahr wieder ein Weihnachtsessen für bedürftige Menschen organisiert. „Es ist uns wichtig, die Menschen, denen wir helfen, beim Namen zu kennen“, sagt Kerstin Birke.

Es sei nicht schwer gewesen, entsprechende Unterstützung für das Weihnachtsessen zu bekommen, sagt sie. Viele sähen gerade darin den eigentlichen Sinn des Weihnachtsfestes. Und das zeitgleich zum Friedensmarsch der kleinen Gemeinschaft Sant’Egidio in Aachen in der ganzen Welt Sant’Egidio-Gemeinschaften unterwegs sind, um sich für den Frieden einzusetzen, freut sie ganz besonders. Ebenso wie die Botschaft des Papstes.

„Es bedarf einer Umkehr des Herzens, die jedem ermöglicht, im anderen einen Bruder zu erkennen, um den er sich kümmern und mit dem er zusammenarbeiten muss, um für alle ein Leben in Fülle aufzubauen“, gab Manuela Brülls die Worte des Papstes wieder. Internationale Abmachungen und nationale Gesetze reichten nicht aus, um die Menschheit vor der Gefahr bewaffneter Konflikte zu bewahren.

Die Gemeinschaft Sant’Egidio in Aachen will auch in Zukunft in diesem Sinne handeln.

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