Aachen - Markt bleibt im Schneegestöber ziemlich leer

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Markt bleibt im Schneegestöber ziemlich leer

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Vier Traditionskorps waren um 10.30 Uhr auf dem Markt aufgezogen, um es krachen zu lassen. Leider waren zu diesem Zeitpunkt kaum Narren zu sehen. Nach und nach kamen zwar noch einige hundert Jecke, dennoch längst nicht mehr so viele wie in früheren Jahren. Foto: Harald Krömer

Aachen. Das nasskalte Wetter ist bestimmt nicht geeignet, die Stimmung in höchste Höhen schnellen zu lassen. Zumal es auf dem Markt an vielen Ecken zieht wie Hechtsuppe. Eigentlich also kein Grund, total fröhlich zu sein. Aber irgendwie ist es des Narren Pflicht, zu feiern. Was aber gerade auf dem Markt immer schwieriger wird.

Denn die Kon­trollen an den Zugängen zum Platz vor dem Rathaus werden immer ausgeklügelter, die Kontrolleure scheinen immer kleinlicher. Dabei hat sich der Veranstalter, die Stadtgarde Oecher Penn, jede erdenkliche Mühe gegeben, auch in diesem Jahr wieder ein Wahnsinns-Programm zur Eröffnung der tollen Tage zu bieten.

Schon eine halbe Stunde früher als gewohnt beginnt der Fastelovvend op ene Maat. Es ist eine Premiere mit einem schönen Bild, aber zu diesem Zeitpunkt beinahe ohne Publikum. Die Penn zieht mit Fraulü und Marktweibern auf, der Oecher Storm schließt sich an, die Duemjroefe marschieren gemeinsam mit der KG Eulenspiegel von der Pontstraße her auf den Markt. Ein guter Einfall!

Das Programm, das dann folgt, ist absolut karnevalstauglich, Prinz Thomas II. macht auch gesundheitlich keinen schlechten Eindruck, die Prinzengarde mit ihrer Kerkrader Kapelle und dem neuen Tanzpaar beeindruckt, die Bühne wird fast zu klein für die vielen Gäste im Schlepp der Tollität. AKV-Elferrat und ein Teil des AKV-Senats zieht schließlich mit am Fettdonnerstag, so wie auch der Senat der Prinzengarde.

Nach und nach tröpfeln Jecke ein

So nach und nach tröpfeln auch weitere Jecke auf dem Markt ein. Es sind aber längst nicht so viele, wie man es aus den letzten Jahren her gewohnt ist. Ein Sprecher der Oecher Penn ist fest davon überzeugt, dass 1100 jecke Besucher auf dem Markt sind, die Polizei dagegen schätzt die Menge zu Beginn auf gerade mal 300. Am späten Nachmittag gibt sie die Gesamtzahl schließlich mit rund 2000 Besucher an.

Auf dem Münsterplatz haben unterdessen die beiden Moderatoren Uwe Brandt und Sarah Siemons auf der Tropigarden-Bühne ihr jeckes Publikum fest im Griff. Hier ist wesentlich mehr Stimmung als auf dem Markt.

Und in Burtscheid geht noch mehr die Post ab. Mit dabei ist auch ein Eisbär namens Stephan Schmeier (25). Wenigstens hier kann er noch richtigen Karneval feiern. „Hier kontrollieren die nicht so verrückt alle Eingänge wie in der Stadt“, sagt er. Seit vier Jahren fängt Stephans Karneval nun immer in Burtscheid an. Die Atmosphäre ist gemütlich aber ausgelassen und fast familiär. Das sticht sogar die Massenveranstaltungen auf dem Markt vor dem Rathaus aus.

Mehr und mehr Narren

Mit etwas Verspätung gesellen sich immer mehr Narren zu Stephan vors Jonastor. Gegen zwölf können sich die Durstigen kaum noch zum Bierwagen durchboxen.

Im Publikum sind fast alle Altersgruppen vertreten: neben Senioren feiern Schüler, Familienväter stoßen mit Studenten an. Vielleicht macht dies die besondere Stimmung aus. Der Burtscheider Karneval ist eine gemeinsame Feier, keine sinnfreie Alkoholorgie.

Die Temperaturen liegen zwar um den Gefrierpunkt, aber der talentierte Nachwuchs-Einheizer Nico Meessen und die Europaabgeordnete Sabine Verheyen bringen die Schunkelfreunde schnell auf Betriebstemperatur.

Lange stand die Burtscheider Narretei im Schatten ihres großen Bruders, des Aachener Karnevals. Trotzdem pilgern immer mehr Jecke am Fettdonnerstag vors Abteitor. Eine gute Entscheidung. Der Burtscheider Karneval steht hoch im Kurs: klein aber fein.

Nicht groß, sondern eher familiär geht es auch in Forst bei der Närrischen 11 zu. Die hatte am Donnerstag zur Open-Air-Veranstaltung in die Gartenanlage bei Kommer eingeladen. Und gemeinsam mit Präsident Jürgen Rehfisch freuten sich die Forster Narren vor allem darüber, dass rechtzeitig vor 11.11 Uhr die Schneeregenwolken der Sonne wichen. So stimmte der Rahmen für die kleine Feier, die die Stimmungssänger Hubert Aretz und Martina von der Närrischen 11 mit vielen Öcher Liedern zum Schunkeln und Mitsingen nutzten.

In Brand hatten die Unterbähner ihr Zelt an der Karl-Kuck-Straße aufgeschlagen. Darin erwarteten die Narren kuschelig warme Temperaturen sowie die Stimmungssänger Roberto und Roberta, die zwar nicht zusammen, dafür aber nacheinander für umso mehr Stimmung sorgten. Im Laufe des Tages strömten immer mehr Narren ins Zelt der Unterbähner, so dass sich dem Brander Kinderdreigestirn und dem Brander Bürgerprinzen Thomas I. bei ihren Auftritten eine prächtige Kulisse bot.

Jugendliche ab zwölf Jahren konnten auf Einladung des Jugendamts im Jakobshof in der Stromgasse alkoholfrei feiern. Richter und Anwälte ließen im Justizzentrum die Puppen tanzen. Richter Holger Brantin moderierte im Zelt, das im Atrium aufgebaut war, das Geschehen und verteilte 33 Orden.

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