Manuela Brülls: „Der Friede ist das größte Gut der Menschheit”

Von: Denise Petzold
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Mit dem Friedensmarsch macht die Gemeinschaft Sant´Egidio auf die Kriege und Krisengebiete der Welt aufmerksam. Foto: Heike Lachmann

Aachen. „Damit das neue Jahr ein Jahr des Friedens werde in unserer Stadt und in allen Ländern der Welt”, steht in großen Buchstaben auf dem Banner, das die Mitglieder der Gemeinschaft Sant´Egidio vom Ponttor bis zum Münsterplatz tragen.

Auch Schilder, auf denen die Namen von aktuellen Krisengebieten stehen, werden beim 7. Friedensmarsch am Neujahrstag hoch in die Luft gehalten.

1968 wurde die Gemeinschaft in Rom gegründet, seit 1987 setzt sich Sant´Egidio auf internationaler Ebene ein. Die Vertreter aus Aachen wollen deswegen mit ihrem Friedensmarsch durch die Innenstadt ein Zeichen setzen. „Wir können auch im Alltagsleben und als einfache Leute etwas verändern und für den Frieden tun”, findet Manuela Brülls, Verantwortliche für die Sant´Egidio-Gemeinschaften in Mönchengladbach und Aachen.

Brülls wurde auf einer Reise nach Rom auf die Gemeinschaft aufmerksam und brachte die Idee schließlich nach Aachen. „Wir sind eine Laiengemeinschaft und kein Orden, also unabhängig. Wir setzen uns für Frieden ein und möchten Dienst für unsere Stadt leisten, indem wir uns um ältere Menschen und Kinder kümmern.” Zweimal in der Woche trifft sich die Gemeinde zum Beten in St. Foillan, organisiert nebenher Pilgerreisen und verrichtet sozialen Dienst.

Als sozialen Dienst verstehen sie auch ihren Friedensmarsch am 44. Weltfriedenstag am ersten Tag des Jahres. Parallel zu weltweit stattfindenden Friedensmärschen der Gemeinschaft, vor allem in Rom, bei dem circa 15000 Menschen zum Petersplatz ziehen, möchten die Aachener Vertreter Solidarität zeigen. Dabei sei es nicht wichtig, dass hier nur knapp 30 Teilnehmer mit von der Partie sind. „Wir sind zusammen, trotz der geografischen Entfernung”, sagt Brülls lächelnd.

Deutliche Worte

Bei der Kundgebung am Münsterplatz findet auch Bischof Heinrich Mussinghoff deutliche Worte: „Religionsfreiheit basiert auf der Würde des Menschen und ist die notwendige Voraussetzung für Frieden, ein bürgerliches Recht. Und das sollte nicht nur für Christen, sondern für jeden Gläubigen auf der Welt gelten. Glaube kann nur durch Freiheit gelebt werden.”

Das finden auch die Anhänger von Sant´Egigio. „Krieg macht die Welt nicht besser”, bemerkt Brülls. Man brauche mehr Dialog und mehr Zusammenkunft, auch interreligiös. Deswegen organisieren die Gemeinschaften von Sant´Egidio im kommenden September zum 25. Mal ein internationales Friedenstreffen in München, zu der alle Glaubensvertreter sowie bekannte Persönlichkeiten aus Politik und Gesellschaft eingeladen werden.

Brülls ergänzt: „Um anhaltenden Frieden zu schaffen, muss man alle an den Tisch holen. Der Friede ist das größte Gut der Menschheit, doch wir sind uns auch alle bewusst, wie zerbrechlich er in der heutigen Welt ist.”
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