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Manfred Festa kandidiert für das Amt des Oberbürgermeisters

Von: Heiner Hautermans
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Tritt als OB-Kandidat an und will auch den Betriebsrat von Gates beraten: Manfred Festa.

Aachen. Ein weiterer Einzelbewerber wirft bei der OB-Wahl seinen Hut in den Ring: Manfred Festa. Der 51-Jährige ist in Aachen kein Unbekannter, schließlich war er bis zur Insolvenz der LG.Philips Glasfabrik stellvertretender Betriebsratsvorsitzender und organisierte vor drei Jahren die Blockade des Philips-Geländes mit.

Einmischen will Festa sich, rechnet damit, dass das „einen politischen Effekt hat” und er rund 5000 Stimmen bekommen wird. „Wenn man mich kennt, weiß man, dass ich etwas verändern kann.”

Fast 25 Jahre lang war der gelernte Informationselektroniker bei LG.Philips, den größten Teil seines bisherigen Berufslebens. Immer noch setzt er sich für die 380 ehemaligen Kollegen ein, findet etwa, dass Insolvenzverwalter Dr. Frank Kebekus sich mehr bei den ehemaligen Beschäftigten hätte melden und Abschlagzahlungen hätte vornehmen müssen.

Kebekus weist das zurück, erst müssten nach dem Insolvenzrecht die Aktivmasse und alle Verbindlichkeiten feststehen. Momentan versuche er zu klären, ob eine Forderung über 580 Millionen Euro, die von einem Bankenkonsortium aus einer Mithaftung von anderen LG.Philips-Firmen nachgemeldet worden sei, zu Recht bestehe. Das würde natürlich alle Forderungen von Kleingläubigern atomisieren. Der Rechtsanwalt verweist außerdem darauf, dass die - nach der Blockade erfolgte - Sonderzahlung von Philips über zwölf Millionen Euro „komplett ausgeschüttet worden ist”.

Manfred Festa bleibt trotzdem am Ball, nimmt auch den Vorwurf in Kauf, blauäugig oder naiv zu sein: „Nur so konnten wir seinerzeit die Tore blockieren und 400 Leute vor der direkten Arbeitslosigkeit retten.” Nach der Pleite schlüpfte er für einige Zeit politisch bei den Linken unter, nahm auch am Gründungsparteitag im Juli 2007 statt. Doch als er sich mit seiner Meinung nicht durchsetzen konnte, es um Abstimmungen und Fraktionszwang ging, war für ihn eine Grenze erreicht. „Ich will unabhängig sein.”

Was nicht heißt, dass er nicht konkrete politische Vorstellungen hat. Die rühren weitgehend aus seinem neuen beruflichen Betätigungsfeld als Betreiber eines Seniorenservice. Auch da, sagt er, gehe er unkonventionell vor, helfe anfangs unentgeltlich den Menschen, die sich an ihn wendeten, und nehme - niedrige - Stundensätze erst dann, wenn ihre finanzielle Situation geklärt sei und „Geld da ist”. Die Hilfe für bedürftige und ältere Mitmenschen will er deshalb stark verbessern, sich auch für Obdachlose, Bettler, Jugendliche und kleine Unternehmen einsetzen, die Bürokratie in der Stadt und alle Ein-Euro-Jobs abbauen, Pflegestationen und Betreuung besser kontrollieren.

Ein Signal

Das Wahlprogramm ist vorläufig, wird noch vervollständigt. Doch an Selbstbewusstsein mangelt es Festa keineswegs: „Am 16. Mai kommt Angela Merkel, am 17. Mai baue ich eine Bühne vor dem Rathaus auf.” Auf alle Fälle kandidiert er nur für das Amt des Oberbürgermeisters, nicht für einen Wahlkreis, um in den Stadtrat zu kommen. „Ich will ein Signal setzen. Die Lobby für ältere Menschen ist nicht da.”
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