Manfred Engelhardt tritt aus der Linken aus

Von: Michael Klarmann
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Manfred Engelhard (rechts) und seine Mitstreiter zerschneiden demonstrativ das Parteibuch der Linken. Engelhardt erhebt schwere Vorwürfe gegen die Partei. Foto: Michael Klarmann

Aachen. Ungemach zur besten Wahlkampfzeit in der Partei „Die Linke”: Der ehemalige Personalrat im Studentenwerk, Manfred Engelhardt, und fünf Mitstreiter sind aus der Partei ausgetreten. Während der Engelhardt-Tross mit harscher Kritik an der Linken nicht geizt, wertet deren Kreissprecher Darius Dunker den Austritt mit den Worten: „Viel Lärm um nichts.”

Während die SPD sich ziert, allzu sehr in die Nähe der Linken zu geraten, findet Engelhardt, das Treiben in der Partei sei „Ekel erregend”, drohe politisch noch „hinter einer maroden SPD zurückzufallen” und „Die Linke” verkomme zu einer „systemimmanenten Partei”. „Karrieristen” hätten „die Macht ergriffen”. Gegenüber innerparteilichen Gegnern hätten Kreissprecher Dunker „und Anhang” gar ein „intrigantes Vorgehen” gezeigt. Der Engelhardt-Tross ruft sogar dazu auf, die Partei bei der Landtagswahl nicht zu wählen.

Derzeit ist der Kreisverband Aachen der Linken rund 400 Mitglieder stark. Dunker könnte also der Verlust von sechs Abtrünnigen egal sein. Wobei dennoch der Vorwurf in Sachen „Karrieristen” und Pöstchenpolitik einen Nachgeschmack hat. Der Engelhardt-Flügel gehört dem losen Zusammenschluss „Gewerkschafter/Innenkreis AC” an.

Mit einem von Engelhardt für die Linke mitverfassten Gesetzentwurf zum Landespersonalvertretungsgesetz schmücke sich nun zwar der Landesverband, sagt der Kritiker. Einen guten Listenplatz zur Landtagswahl habe man ihm aber vorenthalten.

Gegen einen anderen nun Ausgetretenen lief ein Ausschlussverfahren, weil der Mann im Jahr 2009 den Wahlleiter und die Staatsanwaltschaft auf Unregelmäßigkeiten bei der Aufstellung der Kommunalwahlkandidaten hingewiesen hatte. Dies hatte zu heftigen Machtkämpfen in der Partei geführt, rund 40 Mitglieder der Linken stellten einen Antrag auf Ausschluss wegen parteischädigendem Verhaltens gegen den Mann.

Derselbe wiederum scheiterte Ende 2009 bei der Gründung des Unterbezirkverbandes Aachen Außenstadt Süd-Ost mit dem Wunsch, in den Ortsgruppen-Vorstand gewählt zu werden. Im Januar hatte dann ein weiterer der nun Ausgetretenen ein Parteiausschlussverfahren gegen Dunker beantragt.

Dunker findet, der „Engelhardt-Clan” versuche weiterhin „maximalen Schaden für die Partei zu verursachen”. Bereits zur Kommunalwahl habe „derselbe Personenkreis versucht, die Kandidaturen unserer Partei zu torpedieren” und sei gescheitert. Besonders Engelhardt habe „dominanten Einfluss” auf Arbeitskreise zu nehmen versucht, offenbar, um für den Landtag nominiert zu werden. Von 200 Delegierten auf dem entsprechenden Parteitag hätten aber „nur zwei oder drei” für ihn gestimmt. Engelhardt nehme sich „zu wichtig”, konterte Dunker.
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