Aachen - Mambor rechnet mit der FDP ab: „Kein Demokratieverständnis“

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Mambor rechnet mit der FDP ab: „Kein Demokratieverständnis“

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:
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Raus aus der FDP: Hans Mambor aus Haaren. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. Der Liberale Hans Mambor (50) war bis Ende Februar dieses Jahres aktives FDP-Mitglied, dies in diversen Funktionen seit etwa zehn Jahren. Jetzt trat der Liberale erzürnt aus der Partei aus. Der Haarener Einzelhändler beklagt sich über die Art und Weise, mit der ihm Parteifreunde bei der Kandidatenaufstellung für die Bezirksvertretung Haaren mitgespielt und ihm Daniel George aus dem Nichts vor die Nase gesetzt hätten.

Am meisten wurmt den in der Partei der „Besserverdienenden“ für das Soziale zuständigen Mambor, dass der FDP-Fraktionsvorsitzende in der Städteregion, Georg Helg, den Fall als „einen ganz normalen demokratischen Vorgang“ in den „Nachrichten“ abgetan hatte.

„In Aachen besteht nicht mehr die FDP, in der ich sein möchte. Da herrscht kein Demokratieverständnis“, sagt Mambor. In seinem Austrittsbrief an den Kreisvorsitzenden Alexander Heyn schreibt er: „Alles, was auf dieser Versammlung geschah und meine Person betraf, hinterlässt bei mir das Gefühl einer geplanten Inszenierung.“

Seine Nichtwahl sei für ihn völlig überraschend gekommen, weil seine Aufstellung einvernehmlich war. Rückblickend vermutet Mambor, der auch stellvertretender Bezirksvorsteher in Haaren war, Kollege George habe mit einem Pöstchen versorgt werden sollen. Der Wahlgang habe sogar drei Mal durchgeführt werden müssen, weil wohl nur eine einzige Person an diesem Abend bei der Versammlung des FDP-Ortsverbandes Aachen-Süd wahlberechtigt war.

Der Grund sind neue Landesbestimmungen zur Kandidatenaufstellung. Sie schreiben vor, dass die Wahlberechtigten am Ort wohnen müssen – kompliziert für kleine Parteien. Doch diese einzelne wahlberechtigte Person habe sogar selber für die Bezirksvertretung kandidiert, wählte mit ihrer Stimme allerdings den Kollegen George und enthielt sich bei sich selber, schildert Mambor den Vorgang. Versammlungsleiter an diesem Abend war der Rechtsanwalt Joachim Moselage, der für die „Nachrichten“ nicht erreichbar war.

Drei Wahlgänge

Selbst der FDP-Vorsitzende Alexander Heyn bewertete in einer internen Rundmail die Haarener Vorgänge als nicht sonderlich hilfreich für das Ansehen der Liberalen. Er habe inzwischen „mit den Beteiligten ausführlich über die Hintergründe gesprochen“, steht in der Mail. Gegenkandidaturen seien zwar „in einer Demokratie nicht verboten“.

Aber, so Heyn, „ich habe deutliche Kritik an der Art und Weise geübt, mit der hier vorgegangen wurde“. Auch von Heyn war am Montag kein Kommentar zu bekommen. Einen möglichen Hintergrund schilderte hingegen Ratsfrau Sigrid Moselage. Der Betreffende dürfe sich nicht wundern: „Wer schlecht über andere in der Partei spricht, der bekommt die Quittung.“

Der Parteiaustritt des FDP-Mannes, der auch auf der Kandidatenliste der Städteregion für den Platz sieben nominiert wurde, hat Konsequenzen. Die gesamte Liste muss nun in einer Nachwahl neu geregelt werden.

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