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Maler Patrick Jeune will das Ego überwinden

Von: Ingrid Peinhardt-Franke
Letzte Aktualisierung:
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Er ist wieder da: Patrick Jeune ist aus Hamburg in sein Atelier an der Lousbergstraße nach Aachen zurückgekehrt und stellt am Wochenende im Institut Francais aus. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Sein Atelier an der Lousbergstraße hat er behalten, als er vor rund einem Jahr nach Hamburg ging – der Maler Patrick Jeune. Eigentlich sollte es ein Ende sein. Nach 25 Jahren in Aachen wollte der aus Paris stammende Künstler einen Schlussstrich ziehen. Weg aus dem gewohnten Alltag, weg aus der gewohnten Malerei und Zeichnung.

Doch aus dem geplanten Abschied wurde nur eine längere Pause. „Hamburg liegt mir nicht“, sagt Patrik Jeune heute. „Dort will ich nicht leben. Und malen konnte ich dort auch nicht. So habe ich eine Schaffenspause erlebt und konnte für mich ein paar Dinge klären.“

Patrick Jeune steht in seinem Atelier an der Lousbergstraße an einem großen Tisch und betrachtet seine Werke auf Papier. Es sind überwiegend Portraits aus verschiedenen Serien der letzten 20 Jahre, gemalt und gezeichnet mit Aquarellfarben und Kreiden. Meist sind es die Augen, ganz besondere Blicke, die den Betrachter sofort in ihren Bann ziehen. Seltsam bewegt ist die Mimik, große Spannung, drastische Farben und innerer Aufruhr geben Rätsel auf.

„Viele Freiheiten genommen“

„Mir ist die Kunst aus meiner Vergangenheit langweilig geworden“, resümiert der studierte Philosoph und Anglist aus Paris. „Lange Zeit fand ich meine selbst entwickelten Techniken und Malstile wunderbar. Bei mir sehen Aquarelle oder Kreidearbeiten anders aus als bei Kollegen, ich habe viel damit experimentiert. Und ich bin als Maler Autodidakt, da habe ich mir einfach viele Freiheiten genommen“, fügt er hinzu.

Heute sieht der 55-Jährige diese Freiheiten als Spielereien, die er nicht mehr machen möchte. Vor allem aber weiß er eins: „In meiner Kunst drehte sich bislang alles um mich. Es ging um meine Empfindungen, meine Ansichten, meine Gefühle. Jetzt möchte ich dieses Ego überwinden und mich Themen widmen, die alle beschäftigen. Themen aus der Antike oder der Bibel zum Beispiel, menschliche Grundkonflikte, die alle angehen.“

Das letzte Abendmahl würde ihn interessieren, Jesus mit seinen Jüngern und seinem Verräter. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft will er in dieses Bild hineinmalen – ein großes Format soll es werden, und als Material kommt nur Ölfarbe in Betracht. Patrick Jeune liebt dieses Thema, weil es absolut zeitlos ist und niemals an Aktualität verliert. „Auch der Raub der Sabinerinnen interessiert mich, und der Bruderkonflikt zwischen Kain und Abel.“

Gewichtige Themen zwischen Historie, Mythologie, Kampf, Glauben und Psychologie lassen gewaltige Arbeiten und schwierige Zeiten erahnen, aber Patrick Jeune erwartet auch eine gewisse Leichtigkeit. „Ich freue mich, dass ich jetzt wieder relativ nah an meiner alten Heimat Paris wohne, und ich bin froh, nah bei meiner Tochter zu sein. Sie studiert in Bonn.“

Ehe er seine neuen Bilder angeht, will er sich von den alten trennen. Rund 40 Arbeiten aus verschiedenen Schaffensphasen, die noch nie gezeigt wurden, stellt er zwei Tage lang als „Kunstfunde“ aus, um sich von ihnen zu trennen. „Mir tut diese Abnabelung gut“, sagt Patrick Jeune. „Sammler werden sich freuen.“

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