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Mahnwache vor Gates: Wieder brennen die Fässer auf Rothe Erde

Von: hau
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Wieder brennende Fässer auf Rothe Erde: Die Beschäftigten von Gates wollen kämpfen. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. Jetzt brennen sie wieder, die Fässer auf Rothe Erde. Und ebenso wie vor drei Jahren, bei der Glasfabrik um die Ecke, spiegelt sich darin die Wut, Ohnmacht und Verzweiflung von Menschen, die ohne Not und von Wildfremden um einen wichtigen Teil ihrer Existenz gebracht werden.

Rund 200 Beschäftigte waren es, die sich am Montag vor dem Werktor der Gates GmbH am Eisenbahnweg versammelten. Manche waren mit ihren kompletten Familien gekommen, mit einem selbstgebastelten Plakat. „Ihre Zahlen, unsere Familien.” Der Vater: „Das ist für uns alle ein Schlag.” Die Mutter: „Für ganz Aachen ist das eine Katastrophe.”

Niedergeschlagen und tief enttäuscht haben sie das Wochenende verbracht, nachdem sie am Donnerstag erfahren hatten, dass die Produktion in Aachen eingestellt wird, und nach Hause geschickt wurden. Erhalten werden sollen lediglich die Bereich Technologie und Vertrieb.

Mitarbeiter Raphael Wittland (34). „Ich habe mir hier eine Zukunft vorgestellt. Das ist ein sauberes und solides Werk. Für unsere Familien ist das verheerend. Wie die Konzernspitze vorgeht, das ist mehr als eine Unverschämtheit.”

Betriebsratsvorsitzender Klaus Meyer hatte den Schock offensichtlich auch noch nicht verdaut: „Das wir uns aus so einem Anlass treffen, ist nach wie vor unverständlich.” Man werde aber der Konzernleitung Gegenvorschläge unterbreiten.

Der BR-Vorsitzende hieß Oberbürgermeister Jürgen Linden und den SPD-Vorsitzenden Karl Schultheis willkommen. Die überbrachten auch solidarische Grüße und versprachen alles in ihrer Macht Stehende zu unternehmen, konnten jedoch auch wenig Optimismus verbreiten.

Linden: „Kein Mensch kann nachvollziehen, dass ein erfolgreiches Unternehmen geschlossen wird von Leuten, die man nicht kennt und aus Gründen, die im Verborgenen bleiben. Das ist die hässliche Fratze der Globalisierung, die wir vor uns haben.”

Der OB kündigte an, dass alle Möglichkeiten der Unterstützung auf Landes- und Bundesebene ausgelotet würden, konnte aber aus langer politischer Erfahrung nur wenig Hoffnung machen: „Die Chancen, dass wir noch etwas bewegen können, sind gering.”

Er habe mit vielen Gates-Mitarbeitern geredet, die sich mitunter jahrzehntelang engagiert hätten: „Das sind Menschen.” Skeptische Frage eines Betroffenen: „Wir fühlen uns wie Lämmer, die abgeschlachtet werden. Sind wir bei der Arge auch noch Menschen?” Ein anderer Gates-Mitarbeiter lautstark: „Die Politik redet nur, es passiert gar nichts und alles geht kaputt.”

So negativ wollte es ein ehemaliger Betriebsrat der LG.Philips Glasfabrik nicht stehen lassen. Er riet zu weiteren Aktionen: „Wir haben damals die Tore zugemacht.” Viele der 380 damaligen Mitarbeiter hätten einen neuen Job gefunden.
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