Aachen - Mahnwache vor dem Zirkus

Mahnwache vor dem Zirkus

Von: Nina Krüsmann
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Die Tierschützer fordern: „W
Die Tierschützer fordern: „Wildtiere gehören nicht in den Zirkus!” Auf dem Bendplatz verteilen sie Flugblätter an die Besucher des Zirkus Charles Knie, der derzeit dort gastiert. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Die Tatsache, dass im Zirkus Charles Knie seit Dienstag wilde Tiere das Publikum auf dem Aachener Bendplatz begeistern, sorgt nicht bei allen für Freude und Zustimmung: Bei den Aachener Tierschützern ist der Unmut groß über die Auftritte der Elefanten, des Kängurus und des Seelöwen.

„Das ist einfach nicht artgerecht, wie die Tiere an Ketten gehalten werden und in der Arena vorgeführt werden”, moniert Birgit Wintersteller-Kordic, Tierschutzbeauftragte beim Tierschutzverein für die Städteregion Aachen. Die Tiere würden ihrer Meinung nach im Zirkus zur Schau gestellt, man mache sich lustig über sie. „Das passt einfach nicht mehr in unsere heutige Zeit, es macht uns wütend, dass der Zirkus Charles Knie als einer der wenigen weltweit immer noch daran festhält, Wildtiere im Programm zu führen”, sagt Birgit Wintersteller-Kordic.

Gemeinsam mit rund zehn Demonstranten versammelte sie sich am Premierenabend am Dienstag zu einer Mahnwache vor dem Zirkuseingang. „Wir möchten die Leute zum Nachdenken bringen. Artisten und Clowns können im Zirkus eine Menge bieten, da braucht es keinen wilden Elefanten”, findet die Tierschutzbeauftragte.

„Sklaven der Manege”

Mit Protestbekundungen wie „Aachen - auch beim Tierschutz 3. Liga” oder „Sklaven der Manege” machten die Tierschützer auf ihre Forderungen aufmerksam. Einer der Protestler trug beim Verteilen der Flugblätter sogar eine Elefantenmaske. „Wildtiere gehören nicht in den Zirkus, es ist traurig, wie sie dort ihr Dasein fristen. Das Leiden dieser Tiere sollte auf Dauer beendet werden”, fordert Romy Liessem vom Verein Menschen für Tierrechte in Aachen. Entsprechende Gespräche mit den zuständigen Stellen hätten bislang nicht den gewünschten Erfolg gebracht - der Zirkus und seine tierischen Stars sind offiziell genehmigt.

Aber die Tierschützer geben nicht auf. Noch bis zum letzten Vorstellungstag am kommenden Sonntag, 22. Juli, finden auf dem Aachener Bendplatz täglich Mahnwachen statt.

Besucher wurden beschimpft

Der Zirkus Charles Knie beschuldigt die Tierschützer, die Besucher des Zirkus beschimpft zu haben. Als Zirkussprecher Sascha Grodotzki vermittelnd eingreifen wollte, sei auch er beschimpft und bedroht worden, heißt es in einer Stellungnahme des Zirkus.

Das Veterinäramt der Städteregion hatte dem Zirkus nach dem Aufbau auf dem Bendplatz bestätigt, dass in Sachen Tierhaltung nichts zu beanstanden sei.

Die Aachener FDP hat unterdessen das Anliegen der Tierschützer unterstützt. Der Tierschutzbeauftragte Frank Hansen bedauert in einer Mitteilung, dass der Zirkus Charles Knie Tiernummern in seinem Programm habe. Er appelliert an alle Zirkusunternehmer, künftig auf den Einsatz von Tieren zu verzichten.
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