Aachen - Mahnwache für Frieden im Nahen Osten

Mahnwache für Frieden im Nahen Osten

Von: Michael Klarmann
Letzte Aktualisierung:
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Demonstration für Frieden in Nahost: Rund 80 Menschen versammelten sich zu einer Mahnwache auf dem Markt. Foto: Harald Krömer

Aachen. Rund 80 Menschen haben am Donnerstagabend vor dem Rathaus mit einer Mahnwache für Frieden im Nahen Osten demonstriert. Aufgerufen zu der Kundgebung hatte der Aachener Friedenspreis.

Friedenspreis-Chef Otmar Steinbicker mahnte, Politik und Konfliktparteien müssten „dringend” diplomatische Schritte und Verhandlungen zum Schutz der stark leidenden Zivilbevölkerung einleiten. Verlesen wurden auch Grußworte von Friedenspreisträgern aus Israel.

Roni Hammermann, Friedenspreisträgerin 2008, hatte etwa aus Tel Aviv geschrieben, der aktuelle Krieg scheine ihr der bislang „ungeheuerlichste zu sein”. Israel wolle offenbar ein „dicht besiedeltes Land wie Gaza dem Erdboden gleichmachen”. Leider habe auch die radikal-islamische Hamas „zur Eskalation der Situation sehr aktiv beigetragen, als sie wochenlang Granatgeschosse und Qassam-Raketen auf die Zivilbevölkerung” in Israel schoss, „ohne die Konsequenzen für ihre eigene Bevölkerung zu bedenken”.

Nabila Espanioly aus Nazareth, Friedenspreisträgerin 2003, die im Libanonkrieg 2006 auch die Einschläge von Hisbollah-Raketen in ihrer Heimatstadt miterlebte, kritisierte die „israelische Angriffspolitik”. Espanioly erinnerte in der verlesenen Grußbotschaft an das Leid der Zivilbevölkerung auf allen Konfliktseiten, besonders aber auf Seiten der Palästinenser. Hunderte von Menschen würden getötet, Wohnungen, Schulen, Apotheken und Polizeistationen zerstört. Das seien „Verletzungen von internationalen und humanitären Gesetzen,” schrieb Espanioly.

Uri Avnery, Friedenspreisträger 1997, mahnte in einem verlesenen Grußwort, der aktuelle Krieg werde letztlich den islamischen Fundamentalismus stärken. Magdalena Hefetz von den israelischen „Frauen in SchwarzÓ, Friedenspreisträgerin 1991, brachte ihre Furcht darüber zum Ausdruck, dass viele Verwandte der „Frauen” ihren Pflichtmilitärdienst ableisteten und wohl auch bald im Gaza-Streifen kämpfen müssten.

An der rund 25 Minuten dauernden Mahnwache nahmen auch zahlreiche Migranten und Studierende aus dem Nahen Osten teil. Zu einem Zwischenfall kam es, als einer der Migranten und eine voll verschleierte Frau eine Schweigeminute für alle Opfer des gegenwärtigen Krieges störten und auf den Friedenspreis schimpften, er unterstütze „die zionistischen Verbrechen in Palästina”.

Bei einer zeitgleich stattfindenden Veranstaltung des „Antikriegsbündnis Aachen” (AKB) gegen den Waffengang Israels nahmen laut Polizei am Kugelbrunnen rund 25 Menschen teil.

Für Samstag ruft der Aachener Friedenspreis zu einer weiteren Mahnwache auf. Sie findet um 11 Uhr am Kugelbrunnen statt.
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