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„Macht mal Lärm“: Große Demonstration für den Erhalt der Clubvielfalt

Von: Martina Feldhaus
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Demonstratives Konzert: Wie schon Anfang Mai in kleinerem Stil, hier am Markt, will die Initiative „Macht mal Lärm“ am Samstag mit einer Demo für den Erhalt der Clubvielfalt auf die Straße gehen. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Am kommenden Samstag ist es soweit: Für Kristof Mittelstädt steht wohl die größte Veranstaltung an, die der 28-Jährige bisher organisiert hat. Der Initiator der Aktion „Macht mal Lärm in dieser Stadt“ ruft dann alle Kultur- und Musikschaffenden sowie die Kultur- und Musikkonsumenten der Stadt auf, für den Erhalt der Club-, Kneipen- und Musikvielfalt in Aachen auf die Straße zu gehen.

Er und seine Mitstreiter – sie formieren sich über Facebook – haben eine Demonstration auf die Beine gestellt. Sie ist der Höhepunkt einer Reihe von Aktionen, Flashmobs und Konzerten in den vergangenen Monaten. Auslöser waren die sich häufenden Schließungen von Clubs und anderen Veranstaltungsorten vor allem für Konzerte und Partys. Viele vor allem junge Aachener treibt das um, weil sie sich mehr und mehr ihrer Ausgeh- und Freizeitmöglichkeiten beraubt fühlen. Zuletzt machte die Nachricht, dass das B9 an der Blondel-straße dicht macht, die Runde. Die Befürchtung: In der Stadt wird es immer stiller.

„Auf dieses Problem wollen wir aufmerksam machen. Und wir wollen auf alle Parteien vor der Wahl Druck ausüben, dass sie das Thema Clubsterben nicht aus den Augen verlieren“, erklärt Mittelstädt. „Außerdem sind wir eine Lobby für Läden, die von Schließungen bedroht oder betroffen sind. Wir sagen: Wir sind für Euch da, stehen hinter Euch.“

So hofft der 28-Jährige auf massenweise Zulauf am kommenden Samstag. Auf Facebook haben schon mehr als 3000 Menschen erklärt, bei der Demo für mehr Lärm im positiven Sinne dabei zu sein. Mittelstädt: „Da muss man natürlich zwischen virtuellem und echten Leben unterscheiden. Wir rechnen mit der Polizei mit 1000 bis 1200 Teilnehmern.“ Die Demo ist demnach offiziell angemeldet.

Los geht‘s am Samstag um 14 Uhr am Treffpunkt „Shared Space“. Von dort wollen Kristof Mittelstädt und die Demonstranten über Templergraben, Karlsgraben, Alexianergraben bis zum Markt ziehen – musikalisch begleitet von DJ Stephan Eilendorf. Auf dem Markt steht ab 15 Uhr bis in den Abend (20 Uhr) vor allem Musik auf dem Programm. Eine Reihe von Bands und Musikern aus Aachen und der Region tritt kostenlos auf: Stevenhill & der Alte, Borderline Society, Rapstammtisch, Venture, Nic Knatterton & Johanna, Freibad, Wegbier, Oneiric, SUSIgoes18 und Katortz. Mittelstädt: „Hauptsächlich wollen wir Lärm, also Musik, machen. Ich gehe aber davon aus, dass die Musiker sich am Mikrofon auch unserem Thema äußern werden.“

Auch jeder andere, der an diesem Tag etwas beitragen will, sei eingeladen, am Mikrofon zu sprechen. Wichtig ist Initiator Mittelstädt, dass seine Aktion politisch unabhängig sind. „Allerdings habe ich nichts dagegen, wenn Parteien mitlaufen und auf Plakaten für sich werben. Denn viele machen sich ja im Wahlkampf für die Stärkung der freien Kultur stark. Das können sie ruhig zeigen.“

Dass die musikalische Demonstration ein Erfolg wird, davon ist der 26-Jährige überzeugt. Dass diese und andere Aktionen auch politisch etwas bewirken, da bleibt Mittelstädt skeptisch. „Ich bin realistisch geworden. Die Vorschläge der Stadt für neue Standorte für Szenekneipen und Clubs, die bisher kamen, kommen vielfach nicht in Frage.“ Auch einen städtischen Clubbeauftragten, wie unter anderem von SPD und Piraten gefordert, gebe es bisher nicht. Darum will Mittelstädt weiter Lärm machen. Auch nach der Wahl.

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