Aachen - Lütticher Straße: Stadt muss überhastete Aktion stoppen

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Lütticher Straße: Stadt muss überhastete Aktion stoppen

Von: Heiner Hautermans
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Mit dem Abfräsen der maroden
Mit dem Abfräsen der maroden obersten Schicht haben gestern Morgen die Bauarbeiten auf der Lütticher Straße begonnen. An beiden Seiten der Hauptverkehrsachse wurde ein absolutes Halteverbot eingerichtet. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Mancher mag anfangs an einen Scherz geglaubt haben. Wenn er denn überhaupt davon erfahren hatte. Letzten Donnerstag kam bei Herbert Schütt, dem Betreiber der Esso-Tankstelle an der Lütticher Straße, eine Abordnung des Stadtbetriebs vorbei und bedeutete ihm, dass er ab 9. Juli zumachen müsse.

Wahrscheinlich für eine Woche. Dann würde nämlich die Fahrbahn erneuert, und das gehe flotter, wenn die Straße komplett gesperrt würde. Alle anderen Anwohner erfuhren - von der Stadt erst einmal nichts. „Das ist Wahnsinn. Ich war so geschockt.” Der Mineralölmann schäumte nicht gerade vor Begeisterung über, ergab sich aber in sein Schicksal. In einem Aushang informierte er die geneigte Kundschaft, dass die Zapfstation vom 9. Juli voraussichtlich bis zum 13. Juli geschlossen bleibe. Schütt: „Ich bin jetzt seit 21 Jahren hier. Das ist das erste Mal, dass das Geschäft vier oder fünf Tage zu ist.” Den Aushang las der dort tankende Bäckermeister Dag Mannebach, sein Geschäft liegt an der Ecke Lütticher Straße / Hasselholzer Weg.

Seine Kritik fiel schon etwas deutlicher aus. „Ich finde das eine Ungezogenheit von der Stadt, dass die uns nicht informiert. Ich habe zwölf Mitarbeiter, die muss ich bezahlen. Zu uns kommen viele Stammkunden aus Belgien oder dem Preuswald.” Endgültig der Kragen platzte ihm aber, als er bei der Stadt anrief, erst einmal Mühe hatte, überhaupt an einen Verantwortlichen zu gelangen und dann die Auskunft erhielt, seine Kunden könnten ja zu Fuß kommen: Der 66-Jährige schaltete die „Nachrichten” ein. Die das Presseamt.

Danach muss es zwischen Stadt und Stadtbetrieb mehrere phonstarke Gespräche gegeben haben. Nachmittags kam dann das „Kommando zurück”. Stadtsprecher Hans Poth: „Ich gehe davon aus, dass es nächste Woche nicht dazu kommt.” Dabei sei der Grundgedanke des Stadtbetriebs durchaus gut gewesen. Die Lütticher Straße soll bekanntlich von Schanz bis Amsterdamer Ring komplett erneuert werden. Dieser Komplettausbau sei aber immer wieder verschoben werden, er beginnt frühestens 2013. Da sich die Beschwerden über die schlimmste Rüttelstrecke Aachens häuften, habe man beim Stadtbetrieb, zuständig für Asphaltreparaturen, beschlossen, den Abschnitt zwischen Limburger Straße und Amsterdamer Ring herzurichten. Am schnellsten ginge das in der ersten Ferienwoche und bei einer Komplettsperrung, so der weitere Gedankengang.

Dass die Bürger aber erst am Montag durch Wurfsendung informiert werden sollten, hält auch Stadtsprecher Poth für haarsträubend: „Man hat vergessen, die Bürger rechtzeitig zu informieren. In vielen Häusern sind Geschäfte oder Büros, die Kunden erwarten und sich darauf einstellen müssen. Das geht nicht von einem Tag auf den anderen.” Deshalb habe der zuständige Dezernent Dr. Lothar Barth die Aktion gestoppt.
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