Lütticher Straße: Durchgezogene Linie zwingt zu Umwegen

Von: Werner Breuer
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Die Mittellinie auf der Lütti
Die Mittellinie auf der Lütticher Straße darf nicht überfahren werden, weil sonst zwei Gegenfahrbahnen überquert werden müssten. Die Verwaltung kann sich versuchsweise auch eine andere Verkehrsführung auf dem bislang vierspurigen Abschnitt vorstellen. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Provisorien sind manchmal eine feine Sache. Auf der Lütticher Straße bieten sie die Chance, eine etwas andere Verkehrsführung auszuprobieren, bevor dieser Straßenzug voraussichtlich im Jahr 2015 umgebaut wird.

Die „Versuchsstrecke” beschränkt sich in diesem Fall auf den sogenannten Außenringversatz, also den Teilabschnitt zwischen den Einmündungen Amsterdamer Ring und Brüsseler Ring.

Hier war die Fahrbahn im Herbst vergangenen Jahres neu asphaltiert worden. „Das ist vorgezogen worden” erklärt Axel Costard vom städtischen Presseamt, „weil die Fahrbahn in einem schlechten Zustand war.” Bis zur großen Lösung mit einem Umbau auf der ganzen Länge zwischen Boxgraben und Brüsseler Ring mit Lärm senkendem Asphalt, Radfahrschutzstreifen und allem Zubehör wollte man nicht warten. Auf den neuen Fahrbahnbelag wurde eine durchgezogene Linie gemalt, die nicht überfahren werden darf und somit das Linksabbiegen zu den Grundstücken auf der anderen Straßenseite nicht mehr zulässt.

Schwierige Wendemanöver

Bis dahin ging das, war aber falsch: „Die früher vorhandene gestrichelte Linie war nicht zulässig”, heißt es in einer Vorlage der Verwaltung für die Sitzung des Mobilitätsausschusses am Donnerstag (17 Uhr, Sitzungssaal 170 im Verwaltungsgebäude Marschiertor). Dass es mit der unzulässigen, aber gängigen Praxis nun vorbei ist, bedauern einige Anwohner. In einem Bürgerantrag verweisen sie darauf, dass nunmehr nötige „Wendemanöver im weiteren Verlauf der Lütticher Straße nicht gefahrlos möglich” wären.

Aber einfach über die durchgezogene Linie abbiegen geht eben auch nicht. Das wäre nicht „richtlinienkonform”, erklärt die Verwaltung, weil es zwei Fahrstreifen in jede Richtung gibt. „Eine Überfahrung der Mittellinie kann nur dort zugelassen werden, wo lediglich ein Fahrstreifen in Gegenrichtung vorhanden ist.”

Und das ließe sich doch einrichten: Die Verwaltung hat eine Markierungsvariante ersonnen, bei der Linksabbiegespuren in den Brüsseler Ring und den Amsterdamer Ring nicht mehr durchgehend über den ganzen Außenringversatz führen.

Sie würden jeweils zur Hälfte Linksabbiegerspuren, an den rechten Fahrbahnrändern könnten „komfortable Radverkehrsanlagen auf Fahrbahnniveau” angelegt werden - und in Gegenrichtung bliebe in der jeweiligen Hälfte nur eine Fahrspur übrig. Dort könnte die die Überfahrt der Mittellinie zugelassen werden.

Die auf die Hälfte geschrumpften Abbiegespuren sollten für Fahrzeuge, die dort innerhalb eines Ampelumlaufs ankommen, immer noch lang genug sein, meint die Verwaltung. Ob allerdings „die Qualität des Verkehrsflusses im Außenringversatz” erhalten bleibt, kann die Verwaltung „nicht garantieren”.

Intensiv beobachten

Aber man könnte es ja bis zum Umbau 2015 ausprobieren und intensiv beobachten. Die Erkenntnisse sollten dann in die endgültige Planung einfließen. Die Kosten des Experiment wären überschaubar: Die Verwaltung kalkuliert mit rund 9000 Euro für die provisorische Markierung.

Die wäre auch in einer anderen Variante denkbar: Überbreite Fahrbahnen mit Schutzstreifen für Radler an der Seite wären für 5000 Euro zu haben. Im Sinne des Bürgerantrages würde es aber nichts bringen. Denn bei überbreiten Fahrstreifen darf die Mittelinie ebenfalls nicht überfahren werden.
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