Aachen - Ludwig-Forum: So viele Besucher hatte niemand erwartet

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Ludwig-Forum: So viele Besucher hatte niemand erwartet

Von: ptz
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Die Besucher kamen in Scharen, sie hatten aber auch genug zum Sehen, hier auf den Stufen sitzend. Etwa die genaue Betrachtung dieses Bildes „Untitled (Mapleton)” des amerikanischen Malers Paul Sarkisian mit seiner enormen Detailfülle auf einer Größe von immerhin vier mal acht Metern. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Gleich einen doppelten Grund zu feiern gab es am Sonntag im Ludwig-Forum: die Eröffnung der großen Ausstellung „Hyper Real - Kunst und Amerika um 1970” und das 20-jährige Bestehen des Museums an der Jülicher Straße. Und wie um das doppelte Fest gebührend zu würdigen, strömte das Publikum in großen Mengen in die ehemalige Schirmfabrik.

Rund 2000 Menschen drängten sich am Eröffnungstag in der Ausstellung - wenn das keine gebührende Geburtstagsfeier fürs Lufo war. Selbst die Verantwortlichen hatten mit einem derartigen Zuspruch wohl nicht gerechnet.

So gewaltig war der Ansturm, dass es im Viertel vorübergehend zu einem mittelprächtigen Verkehrschaos kam und die Parkplatzsuche für manchen Kunstfreund zur Nervensache geriet. Kurz vor dem höchstoffiziellen Eröffnungsakt wurden sogar vorübergehend die Türen geschlossen - die zugelassene Höchstzahl an Besuchern war da schon erreicht. Ein Vorgang, den es in den zwei Jahrzehnten des Bestehens nicht allzu oft gegeben haben dürfte. Und während an zentraler Stelle die Eröffnung über die Bühne ging, wanderten rundum schon die Gäste in kleinen Gruppen von Kunstwerk zu Kunstwerk. Beeindruckend fanden viele alleine schon die schiere Größe mancher Exponate.

Ganze Familien waren angerückt. Und viele lobten die tolle Atmosphäre am Eröffnungssonntag. Vor den Skulpturen und Bildern entwickelten sich lebhafte Gespräche. Oberbürgermeister Marcel Philipp wollte da nicht hinten anstehen, er drückte seinen enormen Stolz aus, und das in einem Haus, das auch immer wieder mal im Visier von Finanzpolitikern gestanden hat und nicht immer unumstritten war. Kleine Besucher kamen ebenfalls auf ihre Kosten und konnten sich in einer Malwerkstatt sogar selbst als Künstler versuchen. Ihre Eltern bekamen am Eingang übrigens einen vorsorglich warnenden Zettel in die Hand: Nicht alles in der Ausstellung sei jugendfrei.

Draußen auf dem Museumsgelände gab es - sozusagen als Tüpfelchen auf dem i - dann noch eine kleine Kirmes im amerikanischen Stil. Für hungrige Kunstliebhaber und ihren Nachwuchs gab es echt amerikanische Snacks: Popcorn, salzig, süß oder sogar bunt eingefärbt, Massen an Zuckerwatte, gebrannte Mandeln, Hotdogs und Brownies. Renner unter Groß und Klein war der „Hau den Lukas”-Marterpfahl, an dem nicht nur die Kinder, sondern auch zahlreiche Väter ihre Kräfte maßen.

Kunst mal ganz anders

Während die Orgel unaufhörlich spielte und die Szenerie mit fröhlicher Musik untermalte, versuchten manche Besucher ihr Glück auf dem Rodeo-Stier. Allerdings beförderte das Tier seine Reiter meist schon nach relativ kurzer Zeit aus dem Sattel. Wer wollte, konnte sich dann noch als „Verbrecher” in einem Gefängnis ablichten lassen - Kunst mal ganz anders.
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