Lousberg: Der Parkraum wird neu sortiert

Von: Werner Breuer
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Abgepollert: Statt auf den Geh
Abgepollert: Statt auf den Gehwegen an der oberen Kupferstraße sollen die Autos künftig auf der Fahrbahn parken. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. „Wo sollen die Bürger jetzt bitte parken?” Das fragt sich ein Anwohner des Lousbergs, nachdem am oberen Teil der Kupferstraße die Gehwege neuerdings durch stabile Holzpoller verbarrikadiert wurden.

Verloren scheinen damit jene Flächen, die Bewohner und Besucher dieses Quartiers nach alter Gewohnheit zum Abstellen ihrer Autos genutzt haben.

Groß ist die Auswahl dort nicht, „Oft blieb einem doch nur der obere Teil der Kupferstraße zum Parken”, klagt der Lousberg-Anwohner, der von den beengten Verhältnissen für die Autobesitzer ein Liedchen singen kann. „In der Vergangenheit musste ich mich selber mit über einem Dutzend Strafzettel abfinden.” Nun wüsste er gerne, „wie sich die Verantwortlichen das vorstellen”.

Fahrbahnrand-Parken stellen sie sich vor. So hat es die Bezirksvertretung Aachen-Mitte im September vergangenen Jahres einstimmig beschlossen. Und keineswegs hätten die Politiker dabei im Sinn gehabt, die ohnehin knappen Stellflächen am Lousberg noch weiter zu dezimieren, betont Bezirksbürgermeister Achim Ferrari von den Grünen. „Der Parkdruck ist da schon groß”, weiß Ferrari. Der Bezirksvertretung gehe es eher darum, „etwas für die Leute zu tun”.

Schutz der Bäume

Aber auch für das Teufelsdenkmal am oberen Ende der Kupferstraße wollten sie etwas tun. Die Figuren des Teufels und der Marktfrau, die der Sage nach den Gehörnten ausgetrickst hat, würden mitunter allzu sehr von abgestellten Autos bedrängt. Freie Sicht auf das Denkmal forderten nicht nur CDU und Grüne in einem Antrag. Auch die SPD wollte die Figuren nicht mehr vom Blech verstellt wissen und außerdem die Parkmodalitäten im Bereich Kupferstraße, Salvatorberg Buchenallee, Elsa-Brandström-Straße und Champierweg neu sortieren.

Allseits Gefallen fand man an dem Plan der Verwaltung, die Fläche vor dem Teufelsdenkmal zu erweitern und so zu gestalten, dass Autos den Figuren nicht mehr zu nahe kommen. Senkrechtparkstände sollen markiert werden an der Einmündung Salvatorberg, Elsa-Brandström-Straße und Champierweg. An der Buchenallee setzt die Verwaltung auf Holzpoller zum Schutz der Bäume. Sie sollen verhindern, dass sie von Autos touchiert werden. Am nördlichen Ende der Buchenallee ist der Platz zwischen den Bäumen jedoch zu eng für einen solchen „Anfahrschutz”. Durch das Versetzen einer Pollerreihe könnte darauf verzichtet werden, meint die Verwaltung.

Bewirtschaftung mit Parkscheibe

Und an der oberen Kupferstraße soll eben nicht mehr auf dem Gehweg, sondern am Fahrbahnrand geparkt werden. Und das auch wechselseitig, weil sich das laut Verwaltungsvorlage „unterstützend” auf die Tempo-30-Zone auswirkt. Wenn die Parkzone N (Nizzaallee) kommt, sollen die Plätze „mit Parkscheibe bewirtschaftet” werden. Andernfalls fürchtet die Verwaltung, dass „Verdrängte” aus dem Parkzone die obere Kupferstraße zustellen. Unterm Strich müssten dabei noch ein paar Stellplätze mehr herumkommen, meint der Bezirksbürgermeister. „Die Parkplätze werden markiert”, erklärt Ferrari.

Noch sind sie es nicht, sichtbar sind hingegen die Poller auf den Gehwegen. Damit wird eine alte Gewohnheit beendet, aber es geht nach Ansicht von Achim Ferrari kein einziger Parkplatz verloren: „Das Parken auf dem Bürgersteig war nie zulässig, das waren rechtlich gesehen keine Stellplätze.”
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