Aachen - Lousberg-Bunker: Der Abriss verzögert sich

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Lousberg-Bunker: Der Abriss verzögert sich

Von: Martina Feldhaus
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Beton-Schuttberge und klotzige Bunker-Reste: So sieht es derzeit an der Rütscher Straße aus. Baumeißel und Abbruchzange sind abgezogen worden. Foto: Harald Krömer

Aachen. Es ist ein imposantes Bild: im Vordergrund der riesige Trümmerhaufen, dahinter der klobige Rest des Bunkers an der Rütscher Straße, der anscheinend geduldig darauf wartet, ebenfalls von kräftigen Zangen und Meißeln in kleine Stücke zerhackt zu werden. Doch erstmal wird daraus nichts.

Seit über einem Monat ruht die Baustelle am Fuße des Lousbergs, dort, wo der Aachener Projektentwickler Landmarken AG und der Eigentümer – die Lousberg Höfe GmbH – rund 50 Wohnungen der gehobenen Klasse errichten wollen.

Nun fragen sich die Anwohner: Warum? Und wann geht‘s weiter? Die Antwort auf die erste Frage ist laut Hans Poth, Pressesprecher der Stadt Aachen, recht einfach. „Die Abrissarbeiten waren zu laut, der vorgegebene Lärmpegel wurde überschritten“, erklärt er. Die Bauaufsicht der Stadt begleite das Projekt intensiv und kontrolliere natürlich, ob die Auflagen in Sachen Lärm und Erschütterung eingehalten würden. Und dabei habe sie festgestellt: Das geht so nicht.

Jetzt, so Poth, überlegten Bauherr und Baufirma, wie der Krach beim Abriss des massiven Kriegsrelikts auf ein verträgliches und zulässiges Maß reduziert werden kann. Das bestätigt auch Detlev Karsten, Geschäftsführer der Lousberg Höfe GmbH, gegenüber den „Nachrichten“: „Wir prüfen derzeit, wie wir weitermachen können.“ Statt mit Meißel und hydraulischer Zange könnten die Bauarbeiter dem Betonklotz künftig vielleicht mit Lockerungssprengungen zu Leibe rücken. Karsten: „Das ist eine Idee von mehreren. Wir müssen jemanden suchen, der das machen kann und die Genehmigung bekommen.“ Wann das geschafft ist, will und kann Karsten nicht sagen. „Das ist wieder mit hohen Auflagen verbunden und wird nicht einfach werden.“ Zuvor, erklärt Karsten, sei die Arbeitszeit mit Meißel und Abbruchzange immer weiter eingeschränkt worden, von anfangs acht auf 4,5, dann auf 2,5 Stunden – und schließlich durfte gar nicht mehr damit gearbeitet werden.

Die zunehmenden Beschränkungen, da sind sich Karsten und Norbert Hermanns von der Landmarken AG einig, seien auf einen einzelnen Anwohner zurückzuführen, der vor das Aachener Verwaltungsgericht gezogen sei, weil Lärm und Erschütterung ihm zu laut und zu heftig waren. Tatsächlich hat sich das Gericht mit der Sache beschäftigt, bestätigt Pressedezernent Frank Schafranek. Aber: „Es gibt keine Entscheidung des Verwaltungsgerichts, dass der Abriss unterbrochen werden muss.“ Stattdessen habe es mehrere Eilverfahren gegeben. Die Stadt habe die Genehmigung daraufhin um entsprechende Lärmschutzauflagen ergänzt. Schafranek: „Damit ist die Sache für uns erledigt.“

Umsetzen müssen diese Auflagen nun Karsten und Hermanns, Verzögerungen sind programmiert. Das ärgert Norbert Hermanns mächtig: „Wir wollten das Ganze möglichst schnell durchziehen. Aber weil ein Einzelner unentwegt versucht, einen Baustopp zu erwirken, zieht sich das nun unnötig in die Länge“, sagt der Projektentwickler. „Wir werden da klar schikaniert. Und mit uns im Prinzip auch die Anwohner. Wir hätten schon im letzten Winter fertig sein können.“

Herrmanns und seine Mitstreiter stießen von Beginn des Projekts an auf heftigen Gegenwind. Eine Bürgerinitiative hatte vehement für den Erhalt des Bunkers gekämpft, der am Ende des Zweiten Weltkriegs in Aachen eine wichtige Rolle spielte. Letztlich ohne Erfolg. Zu Beginn der Arbeiten protestierten Anwohner und Initiative wegen des Lärms, höhere Auflagen – die reduzierten Arbeitszeiten und eine Lärmschutzwand – folgten.

Nun geht es gar nicht weiter, vorerst. Denn Norbert Hermanns ist sich sicher: „Wir werden das zu Ende bringen.“ Das Wie ist allerdings noch offen.

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