Lösung fürs Schwertbad ist greifbar nahe

Von: Gerald Eimer
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Oberhalb des Kurparks an der Dammstraße thront der von der RWTH genutzte Bau an der Jägerstraße. Dort könnte das Schwertbad seinen neuen Standort finden. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Immer wieder wurde gebangt und gezittert um die Zukunft des Schwertbads, doch nun scheint die Lösung für eine sichere Zukunft greifbar nahe zu sein: An der Jägerstraße, kaum 250 Meter Luftlinie vom jetzigen Standort entfernt, könnte Deutschlands älteste Reha-Klinik den langersehnten Platz für einen Neubau und den Aufbruch in die Moderne finden.

Mit dieser Botschaft traten am Montag Harald Baal und Karl Schultheis für die beiden Mehrheitsfraktionen CDU und SPD vor die Presse. Im Kern ging es dabei um den Kur- und Badestandort Burtscheid, zu dem sich beide Fraktionen ausdrücklich bekennen und den sie nun zukunftssicher mitgestalten wollen. Das sei nicht einfach, aber alle Anstrengungen wert, betonte Schultheis, der gemeinsam mit Baal auch auf die wirtschaftliche Bedeutung der Kur-, Bade-, Gesundheits- und Rehabereiche für die Stadt hinwies.

Allein in Burtscheid gebe es mehr als 1000 Arbeitsplätze in dieser Branche. Viele weitere hängen indirekt davon ab. So lebe auch der Kernbereich von Burtscheid von den Reha-Angeboten des Schwertbads und der Klinik an der Rosenquelle. Beiden Einrichtungen wollen CDU und SPD mit ihrem Antrag für ein „Zukunfts- und Handlungskonzept für den Kur-, Bade-, Reha- und Gesundheitsstandort“ den gewünschten Ausbau und Erweiterungen ermöglichen.

Das von der Krefelder Inoges AG geführte Schwertbad hat seit längerem Platzbedarf angemeldet und wegen Kapazitätsmängel seine Psychosomatik-Abteilung einstweilen nach Würselen-Bardenberg ausgelagert. Man sieht sich insgesamt auf einem guten Weg und will erklärtermaßen in Aachen expandieren sowie deutlich mehr Betten und auch bis zu 300 neue Arbeitsplätze schaffen. An der Jägerstraße wäre das geeignete Grundstück, sind Baal und Schult­heis überzeugt.

Noch residiert dort die RWTH mit einigen ausgelagerten Teil­instituten, die jedoch laut Hochschulentwicklungsplan bis spätestens 2022 geräumt werden sollen. Diesen Prozess würde man gerne etwas beschleunigen, wie Schult­heis erklärt. Sobald die Gebäude frei werden, könnte die Stadt oder die Inoges das Grundstück kaufen und neu bebauen. Die Landesregierung habe bereits signalisiert, dass die Stadt als Grundstückskäufer bevorzugt werde, wenn sie ein überzeugendes Konzept für die künftige Nutzung vorlegen könne. Die Sicherung des Kur-, Bade- und Rehastandorts Burtscheid sei „mehr als ein guter Grund“, ist Baal überzeugt.

Die Überlegungen fügen sich seiner Meinung nach auch gut in die weiteren Überlegungen für eine Rahmenplanung rund um das Burtscheider Viadukt ein, die jüngst auch im Planungsausschuss Thema war, unter anderem eine Umgestaltung des Kurparks vorsieht und die berühmten heißen Burtscheider Quellen stärker ins Bewusstsein rücken soll.

Und nicht zuletzt strahle das Bekenntnis zum Badewesen in Aachen auch auf die zum Marienhospital gehörende Klinik an der Rosenquelle aus, die laut Baal ebenfalls Entwicklungsmöglichkeiten suche. Eine konkrete Bauanfrage liege zwar nicht vor, aber es gebe auch auf dieser Seite Ausbauwünsche. Eine Erweiterung in den Park hinein ist aber wohl keine Option, eher denken die Planer daran, die Parkpalette an der Kurbrunnenstraße im Schatten des Viadukts zur Verfügung zu stellen.

„Das Quellwasser ist ein Standortvorteil, das wollen wir weiter nutzen“, betonen Baal und Schult­heis, die dabei nicht nur an den Ausbau des Kur- und Rehabetriebs mit neuen Angeboten in der medizinischen Nachsorge, weitere geriatrische und auch präventive Angebote denken. Man könne das warme Wasser schließlich auch für mehr nutzen als die Heilbehandlung. So sei die Stawag inzwischen mit ihrem Projekt recht weit fortgeschritten, das über 72 Grad heiße Burtscheider Quellwasser auch für die Beheizung von Gebäuden zu nutzen. Derzeit sprudelt die Quelle am ehemaligen Landesbad ungenutzt in den Kanal, künftig könnte sie den Bauvorhaben in dem Bereich zugute kommen.

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