Lösung des Sprachproblems: Wehrmänner sprechen Platt

Von: Christopher Gerards
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Aachen. Schon das Drehbuch lässt vermuten, dass diese Übung nicht ganz gewöhnlich ist. Denn über dem deutschen Titel steht in fetten Lettern das niederländische Wort: „Draaiboek”. Weiter oben dann der Hintergrund: „Euregionale Gemeinschaftsübung 2011”.

Für 105 Feuerwehrleute aus Laurensberg, Vaals, Kelmis und Montzen gilt es an diesem Freitag, gemeinsam verschiedene Szenarien wie einen Hausbrand oder einen Autounfall zu meistern. Mit schwerem Gerät befreien sie etwa den Fahrer, dessen Wagen gegen einen Container gedonnert ist. Oder sie rücken mit Atemmasken in ein brennendes Haus vor, um die Bewohner zu evakuieren.

Adapter gebastelt

„Die bessere Kommunikation und das bessere Handling der Einsätze ist unser Übungsziel”, erklärt Reiner Mertens, Löschzugführer der Freiwilligen Feuerwehr Laurensberg. Er ist einer der Initiatoren der jährlich stattfindenden Veranstaltung, die 1993 ihren Anfang fand.

Daher kennt er auch die möglichen Probleme bei solchen grenzüberschreitenden Einsätzen. „Die Einheiten müssen miteinander arbeiten und müssen die unterschiedlichen Arbeitsweisen und Geräte kennen.” Die Übergangsstücke der Schläuche etwa seien unterschiedlich, daher habe man Adapter gebastelt. Und, wie das so ist, wenn drei Sprachen aufeinander treffen, kann es auch mal bei der Kommunikation hapern. Die Lösung: „Wir unterhalten uns eigentlich auf Platt, denn Platt sprechen wir alle”, erzählt Mertens.

Freundschaften entstanden

In der Praxis sind die grenzüberschreitenden Einsätze meistens jedoch viel größer als bei der Übung auf dem Vaalser Firmengelände. Jüngstes Beispiel ist der Brand im Hohen Venn, bei dem belgische und deutsche Wehrleute die Flammen bekämpften. Mertens meint, der Erfolg sei auch den gemeinsamen Übungen zu verdanken.

Doch nicht nur im Dienst verstehen sich die Trupps bestens: „Im Laufe der Jahre entstehen auch Freundschaften. Wir besuchen uns gegenseitig zu geselligen Veranstaltungen”, sagt Löschzugführer Mertens. Die Hauptaufgabe bleibe aber, den Menschen zu helfen.
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