Löhrmann setzt im Finale auf die Zweitstimmen

Von: mar
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Morgendlicher Wahlkampf am Eli
Morgendlicher Wahlkampf am Elisenbrunnen: die grüne Spitzenfrau Sylvia Löhrmann. Foto: H. Krömer

Aachen. Wahlkampf morgens um zehn Uhr in Aachen: Da liegt die Betonung auf Kampf. Der Himmel ist tiefgrau verhangen, aber es regnet noch nicht. Immerhin. Die Stimmung: positiv, wenn auch merklich angespannt. Gleich spricht Schulministerin Sylvia Löhrmann, die Spitzenkandidatin.

Knapp hundert Menschen wollen sie am Elisenbrunnen erleben, wartende Menschen an den Bushaltestellen füllen aber so manche Lücke. Das ist nicht ungeschickt.

Das grüne Selbstbewusstsein hat in den vergangenen Wochen gelitten, so scheint es, selbst in der Hochburg Aachen. Der mediale Hype um die Piratenpartei und den selbst ernannten FDP-Retter Christian Lindner wurmt viele in der Partei. Erwähnung findet die erstarkte Konkurrenz an diesem Tag aber nur am Rande. Etwa, wenn der grüne Abgeordnete Oliver Keymis im Podiums-Gespräch mit Löhrmann das Publikum zu einem Besuch des Landtags einlädt: „Glauben Sie nicht der Truppe, die jetzt alles transparent machen will. Das ist es nämlich schon längst. Wir Grüne sind lange an Deck, wir müssen nicht entern!”

Inhaltlich bietet der Wahlkampf auf der Zielgeraden keine großen Überraschungen mehr. Löhrmann reduziert das grüne Programm publikumswirksam auf drei Ks: Kinder, Klima und Kommunen. Das sind die inhaltlichen Schwerpunkte, mit denen die Grünen beim Wähler punkten wollen.

Als Schulministerin steht Löhrmann für den lange ersehnten Schulfrieden, hier liegt ihre große Stärke. Klima können Grüne ohnehin, und in Sachen Kommunen teilt die Spitzenkandidatin nach dem Urteil des NRW-Verfassungsgerichtshofs zu den Einheitslasten ordentlich gegen CDU und Liberale aus: „Wir hatten hier die kommunalfeindlichste Landesregierung aller Zeiten. Nur Reiche können sich arme Kommunen leisten.”

Das Publikum applaudiert, Begeisterung entfacht Löhrmann aber nicht. Das mag an der morgendlichen Stunde liegen, vielleicht auch an Löhrmanns nüchterner Art, mit der sie es schwer hat, aus dem Schatten von Hannelore Kraft zu treten. So wundert es wenig, dass in jedem zweiten Satz der Hinweis auf die entscheidende Zweitstimme kommt. Die pene­trant vorgetragene Botschaft: Wer Hannelore will, muss Sylvia wählen. Das erinnert dann ein wenig an die alte Genscher-FDP.
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