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„Literarischer Sommer“: Gut gemischtes Lesefutter für den Urlaub

Von: Heike Nelsen-Minkenberg
Letzte Aktualisierung:
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Sie machen Lust auf den „Literarischen Sommer“: Susanne Güntner vom Kulturbüro der Stadt Aachen, Walter Vennen und Barbara Hoppe-Vennen (Buchhändler und Veranstalter, v.l.). Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Schon alle Taschen gepackt, die Koffer in den Flur gestellt? Wer in seinem Reisegepäck noch ein kleines Plätzchen für eine anregende Urlaubslektüre gelassen hat oder wem zwischen heimischem Liegestuhl und Freibad das Lesefutter ausgeht, der bekommt beim „Literarischen Sommer“ bestimmt die passende Anregung.

Bereits zum 14. Mal läuft das deutsch-niederländische Literaturfestival. Die Region Aachen ist dieses Jahr mit vier Autoren dabei. „Wir haben eine tolle Mischung aus hohem Anspruch, Tiefgang und Unterhaltung zusammengestellt“, freut sich Susanne Güntner vom Kulturbetrieb der Stadt Aachen – und kündigt im gleichen Atemzug ein literarisches Schwergewicht an: „Arnon Grünberg ist mit 17 von der Schule geflogen, mit 19 hat er einen Verlag gegründet – und mit 23 einen Weltbestseller geschrieben.“ Inzwischen mit allen erdenklichen Literaturpreisen dekoriert, hat das Enfant terrible der niederländischen Literaturszene bereits 2004 seinen Roman „Der jüdische Messias“ verfasst.

Doch der Diogenes-Verlag zögerte neun Jahre lang, das Werk auf Deutsch herauszugeben. Jetzt ist das endlich geschehen – und Grünberg, der selber Jude ist, sieht sich ob seiner provokanten Schreibweise mit Antisemitismus-Vorwürfen konfrontiert. Sehr böse, aber auch sehr komisch soll das Werk sein, zwischen Satire und Slapstick changieren – und so ziemlich jedes Tabu brechen, dass sich der Feder des Autors in den Weg stellt. Das verspricht einen spannenden Literaturabend und eine spannungsreiche Diskussion mit Grünberg am 28. August in der Klangbrücke.

Neben Grünberg kommt Christiane Neudecker nach Aachen, sie liest am 14. August im Couven-Museum aus ihrem neuen Roman „Boxenstopp“ – und tritt einen Tag später gemeinsam mit dem Pianisten Vadim Neselovskyi in der Domsingschule auf. Eine Lesung aus ihrem Erzählband „Das siamesische Klavier“, kombiniert mit der Musik eines der spannendsten Jazzpianisten seiner Generation.

Broschüren

Buchhändlerin Barbara Hoppe-Vennen freut sich aber besonders auf Monika Held, die am 21. August bei Schmetz am Dom lesen wird. In ihrem Roman „Der Schrecken verliert sich vor Ort“ schildert sie die Beziehung eines Auschwitz-Überlebenden zu seiner jüngeren Frau – in einer unglaublich sensiblen Weise, wie Walter Vennen sagt. Der Buchhändler schätzt auch Astrid Rosenfeld besonders, die am 5. September in der Heuvelland-Bibliothek Vaals aus ihrem Roman „Elsa ungeheuer“ liest.

Natürlich hält das Festival noch zahlreiche weitere Veranstaltungen in Bedburg, Düsseldorf, Krefeld, Mönchengladbach, Neuss, Beesel und Maasbree bereit – ersichtlich aus den in der Stadt ausliegenden Broschüren oder im Internet.

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