Litauens bewegte Geschichte in Zeitungen

Von: Martina Stöhr
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IZM-Leiter Andreas Düspohl (l.) und Olaf Müller vom Kulturbetrieb zeigen litauische Originalzeitungen aus dem Ersten Weltkrieg. Foto: Herrmann

Aachen. Polnisch, litauisch, russisch, englisch und deutsch: Diese Sprachen spricht der 33-jährige Maciej Mieczkowski aus Litauen und deshalb ist die Ausstellung zum Alltag und Besatzung Litauens im ersten Weltkrieg im Internationalen Zeitungsmuseum für ihn äußerst interessant.

 „Es ist eine sehr schöne Ausstellung“, urteilt er, nachdem er sich in die unterschiedlichen Zeitungsausgaben auf polnisch, litauisch, deutsch, jiddisch und russisch vertieft hat.

Im Ersten Weltkrieg war Litauen Zentrum eines Besatzungsgebietes mit dem Namen Ober Ost. Laut Andreas Düspohl, Leiter des Internationalen Zeitungsmuseums, wurden die verschiedenen Zeitungen herausgegeben, um die vielen militärischen Verordnungen zu kommunizieren, erst in deutsch, später dann eben auch in den Sprachen der verschiedenen Bevölkerungsgruppen, die in Litauen lebten. Die dreizehn Namensänderungen der Stadt Vilnius geben Zeugnis von der bewegten Geschichte der Stadt.

Im Ersten Weltkrieg hätten die Deutschen als Besatzer versucht, das Land für ihre Zwecke auszubeuten, so Düspohl. Die Zeitung der zehnten Armee gibt Zeugnis davon. Aber auch davon, dass die Besatzer durchaus Rücksicht auf die Einheimischen zu nehmen hätten, wie es in einem Artikel heißt. Andere lesen sich laut Düspohl wie ein Reiseführer, der die unendliche Weite des Landes beschreibt. Oder es werden Besuche auf einem Markt geschildert, die auf die Besatzer einen nahezu orientalischen Eindruck machten.

„In Osteuropa war sehr viel Unbekanntes“, meint Düspohl und dies spiegle sich in den Zeitungen wieder. Als bekannt wurde, dass die litauische Staatspräsidentin Dr. Dalia Grybauskaité in diesem Jahr mit dem Karlspreis ausgezeichnet wird, bot er spontan an, die Ausstellung im Zeitungsmuseum zu präsentieren.

Darüber freut sich Olaf Müller, Leiter des städtischen Kulturbetriebes, ganz besonders. „Das Entwirren der Geschichte Litauens ist unser großes Ziel“, sagte er bei der offiziellen Eröffnung. Er versteht die Ausstellung auch als Vorläufer zum 100. Jahrestag des Beginns des Ersten Weltkriegs im kommenden Jahr.

Maciej Mieczkowski war einer der ersten Besucher der Ausstellung. Als Pole lebt er in Litauen in der Minderheit. Dass er nun in der Heimat seiner Frau auf eine Ausstellung traf, die sein Land in den Mittelpunkt rückt, hat ihn ganz besonders gefreut. Nicht nur damals, auch heute noch sei es normal, dass in Litauen viele verschiedene Sprachen gesprochen würden. Er selbst ist dafür das beste Beispiel. 

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