Aachen - Listen verschwanden aus Geschäften in Brand

Listen verschwanden aus Geschäften in Brand

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Die Unterschriftensammlung für das Bürgerbegehren gegen die geplante Campusbahn (Motto „Campusbahn - Größenwahn”) macht laut Initiator Maximilian Slawinski gute Fortschritte. Etwa 4000 der notwendigen 8000 Unterschriften, die nötig sind, um ein Bürgerbegehren in Aachen einzuleiten, sind eingefahren.

Doch der FDP-Mann traute letztens seinen Ohren (und Augen) nicht, als er von einem der vielen Einzelhandelsgeschäfte, die sich bereiterklärt haben, Unterschriftenlisten auszulegen, über „Unregelmäßigkeiten” Kenntnis bekam. „Die Inhaber einer Tierhandlung in Brand waren erstaunt, dass einige Listen abgeholt wurden”, berichtet Slawinski. Doch von wem, das wusste keiner. Der Organisator selber hatte niemanden beauftragt, dort einzsammeln.

Der vermeintliche Einzelfall wurde noch ominöser, als auch aus anderen Geschäften im Ortsteil Brand die Kunde kam, dass dort Listen verschwanden. „Es müssen insgesamt so an die 100 Unterschriften gewesen sein, von denen wir Kenntnis erhalten haben”, beschwerte sich Slawinski und appellierte doch eindringlich an das „demokratische Verständnis auch der Befürworter der Campusbahn” und forderte diese eindringlich auf, nicht zu unlauteren Mitteln in der Auseinandersetzung zu greifen.

Dem FDP-Mann und seinen Anhängern in der Vereinigung gegen die Campusbahn, die, falls der Stadtrat Ja sagt, zwischen Melaten und Brand verkehren soll, ist das Projekt viel zu teuer. Mit Folgekosten von vier Millionen Euro jährlich seien soziale und kulturelle Vorhaben in der Stadt gefährdet.

In ihrer wirtschaftlichen Bewertung schreiben die Bahn-Gegner unter anderem: „Kritisch muss man leider auch die Entwicklung des Campus Melaten betrachten. Wer die geringe Nachfrage nach den freien Flächen auf dem neu geschaffenen Campus betrachtet, kann durchaus Zweifel daran hegen, ob in acht Jahren tatsächlich 5000 oder gar 10.000 Menschen in Melaten zusätzlich arbeiten werden und ob diese auch wirklich alle Bedarf nach einer Verbindung bis Aachen Brand hegen. Im Moment wären selbst 3000 neue Arbeitsplätze in Melaten ein Erfolg.”

Slawinski gesteht, vorübergehend sogar Mitarbeiter der Verwaltung in Verdacht gehabt zu haben, die Listen einkassiert zu haben. „Aber nein, eigentlich glaube ich das nicht”, korrigiert er sich schnell, das sei dann doch beinahe undenkbar.

In der Sache Diebstahl von Unterschriften fühlt sich der Campusbahnprotestler allein auf weiter Flur: „Da gibt es kein Gesetz, keine Handhabe”, sagt er und ruft nochmals nachdrücklich zu politischer Toleranz und dem Anerkenntnis demokratischer Gepflogenheiten auf.

Die weiterhin fehlenden 4000 Unterschriften will Slawinski bis in den Herbst hinein sammeln. Denn Eile bestehe nicht, ein Ratsbeschluss zugunsten oder auch gegen eine Campusbahn ist noch nicht gefallen.
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