Sporter des Jahres Freisteller Sportlerwahl Sportlergala Freisteller

Linkspartei: Der Chef soll gehen

Von: Alfred Stoffels
Letzte Aktualisierung:
schnitz_10-bu
Erste Rücktrittsforderungen: Linksparteichef Darius Dunker will durchhalten. Foto: Harald Krömer

Aachen. Nachdem die Mitgliederversammlung der Aachener Linkspartei nach chaotischer Debatte mit dem Auszug fast der Hälfte der 80 Mitglieder endete, stellen sich ein paar Fragen, nämlich: Werden die dennoch vorgenommenen Wahlen des OB- und der Ratskandidaten Bestand haben?

Kann die offensichtlich zerstrittene Rathaustruppe überhaupt noch als Fraktion gelten? Und wird Vorsitzender Darius Dunker, der neben dem Ratsherrn Andreas Müller ebenfalls den Saal verlassen hatte, die Brocken voller Frust hinschmeißen?

Zurzeit hat er diese Absicht nicht. Gegenüber den „Nachrichten” erklärte Dunker am Montag, zwei Tage nach dem Debakel in den Kurparkterrassen, er werde keine „voreiligen Konsequenzen” ziehen, auch wenn die Verlockung da sei: „Spaß macht das nicht.” Aber er sehe sich in der Pflicht gegenüber all jenen Mitgliedern, die ihm erklärt hätten: „Die Leutchen, die sich da durchgesetzt haben, sind nicht repräsentativ.”

Dass es überhaupt zu einer Art Spaltung kommen konnte, erklärt Dunker mit einem „Fehler. Die Versammlung wurde nicht gut genug vorbereitet”.

Ob die Wahlgänge vom Samstag gelten (dürfen), sieht Dunker eher skeptisch. Auf jeden Fall werde geprüft, „ob doch noch eine andere Kandidatenliste zu erzwingen ist”, sei es per Schiedskommission, „Appell der Basis” oder Intervention beim Kreiswahlleiter; im Juristischen will Dunker den Politstreit eher nicht ansiedeln.

Derweil gibt es erste Rücktrittsforderungen Richtung Dunker. Parteimitglied Manfred Engelhardt, langjähriger Personalratsvorsitzender des Studentenwerks: „Darius Dunker hat samt Laptop fluchtartig den Raum verlassen und versucht, die Veranstaltung über die Technik zu sprengen. Das bin ich als Demokrat nicht gewohnt, außerdem sollte man alles ausdiskutieren.”

Einen Rücktritt verlangt Spitzenkandidat Marc Treude nicht, aber er spricht schon von einem „Boykott- und Sabotageversuch” durch Dunker. Er werde nun versuchen, die Wogen wieder zu glätten, obwohl es unseriös wäre, die „handfesten politischen Differenzen bei uns zu leugnen. Wir sind eine junge Partei, da schaukeln sich die Flügel schon mal hoch”.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert