Linke gibt sich zuversichtlich

Von: Gerald Eimer
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Nach ihrer Wahlversammlung vom Wochenende gehen große Teile der Linken zuversichtlich in den Wahlkampf.

„Höchst erfreut” über die Personalentscheidungen zeigte sich insbesondere Parteisprecher Darius Dunker, der von einer „ausgezeichneten Kombination” der Kandidaten spricht und eine „gute Zusammenarbeit” im neuen Rat erwartet.

Mindestens vier Sitze strebt die Linke an, die bislang noch mit Andreas Müller, Marc Treude und Horst Schnitzler vertreten ist. Wie berichtet, hat sich nach monatelangen heftigen innerparteilichen Auseinandersetzungen am Samstag Andreas Müller gegen seine Widersacher aus dem dogmatischen Lager der Linken durchsetzen können.

Neben Müller können sich zudem Renate Linsen von Thenen, Mitglied der DKP und engagierte Antifaschistin, Ellen Begolli, ehemalige Betriebsräten bei Wal-Mart, und Leo Deumens, Mitbegründer der WASG, Hoffnung auf ein Ratsmandat machen. Für Ulla Epstein und Georg Biesing auf den folgenden Plätzen dürfte es bereits knapp werden.

Dunker spricht von einem „konstruktiven Team”, das sich „für den sozialen Fortschritt in der Stadt” einsetzen werde. Koalitionen mit anderen Fraktionen hält er zwar für unwahrscheinlich, eine punktuelle Zusammenarbeit sei aber künftig nicht auszuschließen. „Das werden wir ganz klar von den Sachentscheidungen abhängig machen”, kündigte er an.

Zurückhaltend äußerte sich Marc Treude, unterlegener Kandidat des trotzkistischen Flügels. Er hoffe, dass es nun „keinen Schmusekurs in Richtung Rot-Grün” gebe, erklärte er. Sein politisches Handeln hänge nicht von einem Ratsmandat ab, er wolle seine Kraft nun in die betriebliche und gewerkschaftliche Arbeit stecken. Die Versammlung am Wochenende habe „die Spaltung der Partei nicht überwunden, sondern zementiert”, glaubt Treude. Ein Parteiaustritt komme für ihn dennoch nicht in Frage. „Die Schmerzgrenze ist noch nicht erreicht.”

Ob dies auch für den Fraktionsgeschäftsführer und bisherigen OB-Kandidaten Horst Schnitzler gilt, ist offen. Er hat am Samstag auf eine Kandidatur verzichtet und will im Lauf der nächsten Wochen über seinen weiteren politischen Weg entscheiden. Beraten wolle er sich mit unabhängigen Wählern und Vertretern von Bürgerinitiativen. Er selbst sieht sich als Mittler zwischen den verschiedenen politischen Lagern der Linken, andere ordnen ihn jedoch eher dem dogmatischen Lager um Treude zu.

Als einzige Ratsfraktion hat sich die Linke am Samstag entschieden, ohne eigenen Oberbürgermeister-Kandidaten in den Wahlkampf zu ziehen. „In den Zirkus der zahlreichen Kleindarsteller in diesem Jahr wollen wir uns nicht einreihen”, sagt Dunker, der damit auch eine Kritik am geänderten Wahlrecht und der abgeschafften Stichwahl verbindet. Man wolle die OB-Wahl nicht instrumentalisieren, „um mehr mediale Aufmerksamkeit zu erheischen”.
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