Aachen - „Linie 1“ fährt auf nur vier Quadratmetern

„Linie 1“ fährt auf nur vier Quadratmetern

Von: Grit Schorn
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„Linie 1“ auf vier Quadratmetern: Das Das Da Theater führt das bekannte Stück als „Dinner-Show“ in der Brasserie Aix auf. Foto: A. Herrmann

Aachen. Eine musikalische Revue und eine packende Ausreißer-Geschichte mit viel Wahrheitsgehalt: Das ist die „Linie 1“, das drei Jahre vor dem Mauerfall in Westberlin uraufgeführt wurde. Jetzt zieht die unverwüstliche „Linie 1“ in das Aachener Restaurant Brasserie Aix in der Bismarckstraße ein – als „Dinner-Show“.

Auch im Aachener Das Da Theater wurde „Linie 1“ vor einigen Jahren vorgestellt – mit der hinreißenden Bahnhof Zoo-Kulisse von Frank Rommerskirchen. Jetzt genügen „vier Quadratmeter“ in der Brasserie Aix, so Choreografin Heike Sievert, um die Nöte der jungen Ausreißerin ohne Namen ins Bild zu rücken.

Mareike Voß spielt bezaubernd naiv das Mädchen auf der Suche nach einem „Rockstar“ in Berlin, in den es sich „ganz doll“ verliebt hat. Die beiden anderen Mitwirkenden, Elena Lorenzon und Tobias Steffen, verkörpern insgesamt 27 Personen, mit rasantem Kostümwechsel und immer lebensecht. Am Bahnhof Zoo und in der U-Bahn-Linie 1 lernt das Mädchen aus der Provinz die Berliner Szene kennen. Und es macht eine Entwicklung durch, wird reifer und erwachsener.

Die zupackende und doch sensible Inszenierung von Maren Dupont lässt die berühmte Berliner Schlagfertigkeit und Kessheit geradezu leuchten. Die Lieder von einst muten keineswegs veraltetet an – die drei Mimen schmettern unvergessene Songs wie „Unbekanntes Mädchen“, „Dschungelkrieg“, „Wilmersdorfer Witwen“ oder „Mut zum Träumen“ und natürlich „Linie 1“. Aus einem Nebenraum werden sie kraftvoll durch den Pianisten Christoph Eisenburger (auch Musikalische Leitung) unterstützt. Die einfallsreichen Milieu-Kostüme sind Michaela Gabauer zu verdanken.

Elegant und geschickt

Elegant und geschickt werden die Speisen der Brasserie Aix aufgetragen – dann hat das Schauspieler-Trio mal Pause, kann sich zurückziehen und wieder zu Atem kommen. Genuss ohne Reue, das gilt nicht nur für das mehrgängige Menü, sondern ebenso für das Stück, das weit mehr als nur gute Unterhaltung bietet. Die Premiere endete mit großem Applaus.

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