Lindner im Kino: FDP bejubelt ihren „Messias”

Von: Marco Rose
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Christian Lindner Superstar: ein FDP-Spitzenkandidat als Kino-Inszenierung. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Es war ein Drama der besonderen Art, das am Mittwoch im Aachener Cineplex gezeigt wurde. Eine bisweilen nachdenkliche, auch mitreißende Inszenierung; allerdings nicht ohne unfreiwillige Komik. Der unscheinbare und dennoch zugkräftige Titel: „Lindner kommt!”

Als junger Held debütierte: Christian Lindner, 33 Jahre alt, Hoffnungsträger der FDP in Nordrhein-Westfalen. Den alternden, gutmütigen Grantler gab: Rainer Brüderle, Fraktionsvorsitzender im Bundestag, ein liberales „Schlachtross”, von denen die FDP nicht mehr viele vorzuweisen hat. In den Nebenrollen: Ingo Wolf, Bezirksvorsitzender der FDP in Aachen, sowie diverse liberale Wahlkreiskandidaten. Und nicht zu vergessen, die Schurken in dieser weiß Gott nicht alltäglichen Inszenierung: die nicht anwesenden Größen von SPD und Grünen, von der FDP gerne als „Schuldenkönige” tituliert.

Die erste Überraschung des Abends: Es ist voll, brechend voll im Saal 2 des Cineplex. Knapp 600 Menschen drängen sich hinein, die Sitzplätze reichen bei weitem nicht: auf den Gängen sitzen junge Studenten neben älteren Semestern, schließlich ist auch noch die Bühne mit Publikum gefüllt. Nicht schlecht, Herr Lindner!

Die nächste, weniger gute Überraschung: Vor den Auftritt des „Messias” und „Heilsbringers”, wie Lindner von einem liberalen Pausenclown angekündigt wird, hatte der Regisseur des Abends einen ermüdenden Prolog gesetzt: Ingo Wolf erzählte den „Freunden der Freiheit” darin die Geschichte von den „13 Aufrechten” im Landtag - gemeint sind FDP-Abgeordnete - denen NRW die Neuwahl verdanke. Und die, wie Lindner später sagte, „mit ihrem Blute unterschrieben haben”.

Was genau, bleibt unklar. Aber immerhin, das klang mal fetzig und war nach der länglichen Ansprache von Brüderle unter dem Motto „Weg von der Droge Staatsverschuldung” auch dringend nötig. Anders als seine Vorredner hält sich der Spitzenkandidat nicht lange mit Geplänkel auf. Im Stile eines US-Präsidenten geht er direkt auf das Auditorium zu, die eine Hand am Mikrofon, die andere lässig in der Hosentasche. Inhaltlich gibt es im letzten Akt bewährte Kost („Schluss mit Schuldenmacherei” oder „Gymnasien werden von Rot-Grün ausgetrocknet”). Die Präsentation aber, das muss man ihm lassen, ist sensationell.
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