Lichterfest: Juden feiern acht Tage lang

Von: Georg Dünnwald
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chanukka
Juden feiern ab Samstag wieder Chanukka.

Aachen. Was den Christen ihr Weihnachtsfest, ist den Juden ihr Chanukka. Das achttägige Fest beginnt in diesem Jahr am Samstag. In jüdisch-christlichen Familien wird häufig ein Kompromiss geschlossen, im Dezember, um Weihnachten herum, feiern sie kurzerhand „Weihnukka”.

Zum Fest stellen die Juden die Chanukkia, den achtflammigen Leuchter auf. Zum Anzünden der Chanukkia wird eine zusätzliche Flamme benutzt - der Schamasch, das ist die Diener-Kerze. Damit jeder am Wunder von Chanukka teilhaben kann, sollte die ganze Familie dabei sein, wenn mit Olivenöl die Chanukkia gezündet wird. Am heutigen Schabbat aber ist es verboten, eine Flamme zu entzünden.

Deshalb werden bereits am Freitagabend die Chanukka-Lichter unmittelbar vor den Schabbat-Kerzen. An Chanukka bekommen alle Kinder Chanukka-Geld. Das macht die Kinder glücklich und ihre Stimmung noch festlicher. Außerdem besteht jetzt die Gelegenheit, sie anzuspornen oder für besondere Leistungen zu belohnen, zum Beispiel für gutes Benehmen, gute Noten in der Schule oder gute Taten.

Die Kinder erhalten das Geld nach dem Anzünden der Menora, des siebenarmigen Leuchters. Allerdings sollten sie auch einen Teil des Geldes an Arme verschenken. Bei Chanukka, ein Familienfest, das theologisch nur als Halbfeiertag bewertet wird, wird auch der Zeit gedacht, in der Israel unter der schrecklichen Herrschaft der Griechen leiden musste. Ständig neue Gebote und Gesetze machten den Juden das Leben schwer, verboten ihnen sogar, ihre Religion weiter auszuüben.

Sie sollten die Götzen der griechischen Herren anbeten. Aber einige Frauen und Männer wehrten sich gegen diese Gesetze, denn für sie gab es nur einen Herren - den Gott Israels. Unter der Führung des Judas Makkabäus und seiner vier Brüder besiegten sie die griechische Syrerdynastie der Seleukiden 165 v. Chr. im sogenannten Makkabäeraufstand. Ein Jahr später wurde auch der von den fremden Herren missbrauchte Tempel gereinigt, von den griechischen Götzen befreit und dann neu geweiht.

Das Wort Chanukka heißt deshalb auch soviel wie „Neueinweihung”. Damals war jedoch nur noch eine winzige Menge geweihtes Öl übrig, das gerade gereicht hätte, den Tempel einen Tag lang zu erleuchten. Aber zur großen Verwunderung brannte das Licht acht Tage lang.
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