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Letzte Ausfahrt Laurensberg: Die Geschichte eines Autowracks

Von: Holger Richter
Letzte Aktualisierung:
Fünfeinhalb Monate stand der
Fünfeinhalb Monate stand der Citroën in Laurensberg. In dieser Zeit ist er von Unbekannten ausgeschlachtet und erheblich beschädigt worden.

Aachen. Die Ausfahrt Aachen-Laurensberg war die letzte für den weißen Citroen Saxo mit französischem Kennzeichen. Genommen hat das Auto sie schon Anfang März, seitdem steht es - respektive das, was vom Auto übrig blieb - auf der Verkehrsinsel, die die Autobahnanschlussstelle von der Kohlscheider Straße trennt.

In der Zwischenzeit wurde es demoliert, ausgeschlachtet und als Müllhalde benutzt, nur abgeholt wurde es bisher noch nicht. Die „Nachrichten” haben die Geschichte dieses Autowracks recherchiert.

„Am 3. März ist dieses Fahrzeug bei einer Routinekontrolle von uns von der Autobahn A4 gewunken worden”, berichtet Bernd Küppers. Der Sprecher der Bundespolizeiinspektion Aachen hat für diese Auskunft in seinem Protokollarchiv wühlen müssen. „Der Fahrer war ohne Fahrerlaubnis unterwegs, außerdem war das Fahrzeug ohne Zulassung und Versicherungsschutz unterwegs. Deshalb ist es von uns stillgelegt worden”, begründet Küppers.

Zwar sei die Bundespolizei für derartige Verstöße nicht zuständig, die Beamten kontrollierten auf der A4 nahe der niederländischen Grenze lediglich die korrekte Einreise nach Deutschland. „Aber wenn wir dabei auf derartige Vergehen stoßen, nehmen wir das natürlich auf”, erzählt Bernd Küppers. „Dazu sind wir sogar verpflichtet - bei Rauschgiftschmuggel zum Beispiel im Rahmen der Strafprozessordnung. Das geben wir später dann zuständigkeitshalber an den Zoll weiter.”

Im vorliegenden Fall sei die Bundespolizei im Zuge der Gefahrenabwehr tätig geworden, „denn von einem Fahrzeug ohne Versicherungsschutz geht Gefahr für die Bundesbürger aus”, erklärt Küppers, da bei einem Unfall womöglich der Schaden nicht ersetzt würde. Also habe die Bundespolizei eine entsprechende Anzeige gegen den 37-jährigen französischen Fahrer des Citroen gefertigt und diese Anfang April der Autobahnpolizei übergeben.

Doch auch bei der Aachener Polizei hatte man bereits von der Existenz des gestrandeten Autos gehört. „Wir sind im Mai zu dem Wagen gerufen worden, weil er einem Verkehrsteilnehmer aufgefallen war”, erläutert Sandra Schmitz von der Polizeipressestelle. Dieser Verkehrsteilnehmer hatte nämlich bemerkt, dass der Wagen ziemlich ramponiert aussah, und meldete dies der Polizei, die sich gleich auf den Weg nach Laurensberg machte. „Dort haben wir festgestellt, dass der Wagen in der Tat beschädigt worden ist.” Der Kollege habe deshalb eine Benachrichtigung am Wagen hinterlassen.

Und tatsächlich klemmt sich zwischen dem Heckscheibenwischer und dem letzten Rest der eingeschlagenen Heckscheibe ein Zettel mit der Aufschrift: „Ihr Fahrzeug wurde durch Sachbeschädigung beschädigt. (...) Anzeige wurde gefertigt.” Außerdem steht dort, wo sich der Fahrzeughalter melden könnte. Am 5. Mai wurde diese Benachrichtigung ausgestellt. Gemeldet habe sich niemand, so Schmitz. Und zuständig für die Entfernung sei ohnehin die Autobahnpolizei.

Die hat ihren Hauptsitz in Köln und bestätigt die Anzeige. Der „Beanzeigte”, wie der besagte Autofahrer im Behördendeutsch genannt wird, habe dann 30 Tage Zeit, das Fahrzeug vom Ort der Stilllegung wieder zu entfernen. Anschließend sei die jeweilige Kommune - also Aachen - dafür verantwortlich, heißt es aus Köln.

Von dieser Verantwortung erfährt die Verwaltung der Kaiserstadt allerdings erst im August, durch den Anruf der „Nachrichten”. Sofort wird eine Mitarbeiterin aus dem Fachbereich Verkehr zur Autobahnauffahrt geschickt, die feststellt, „dass von dem Fahrzeug Gefahr ausgeht, weil die Scheiben kaputt sind und überall Scherben herumliegen”, erklärt Rita Klösges vom städtischen Presseamt. „Das Auto muss weg”, ist man sich bei der Stadt einig, so Klösges. Aber zuständig sei man auch nicht, „da die Auffahrt noch zum Bereich der Autobahn gehört”, begründet sie. „Also haben wir der Autobahnmeisterei Düren eine Mail geschrieben, dass sie das Auto umgehend entfernen lassen sollen”, sagt Rita Klösges.

Die Geschichte des Autowracks an der Autobahnauffahrt in Laurensberg scheint also endlich zu Ende zu gehen.
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