Aachen - Lesung „Buen vivir“: Das Recht auf ein gutes Leben

Lesung „Buen vivir“: Das Recht auf ein gutes Leben

Von: Nina Krüsmann
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Laden ein zur Konzertlesung „Buen vivir“: (v.l.)Sylvia Engels, Dieter Spoo, Jürgen Groneberg, Mona Pursey, Andrea Carvallo, Jürgen Jansen und Fritz Bock. Foto: Harald Krömer

Aachen. Neue Töne aus Lateinamerika erklingen am Freitag in der Citykirche: Die Konzertlesung „Buen vivir“ bietet lateinamerikanische Musik der Grupo Sal und Texte von Visionär, Ökonom und Politiker Alberto Acosta. „Es geht um Musik und Politik und vor allem um das Recht auf ein gutes Leben“, fasst Dr. Jürgen Jansen vom Eine-Welt-Forum Aachen zusammen.

Thematisiert wird vor allem das Leben in Bolivien, dem einzigen südamerikanischen Land ohne Küste, und in Equador, das am Äquator liegt.

„Es geht um ein in die Verfassung eingegangenes Denkkonstrukt, eine Lebensanschauung der indigenen Andenvölker, die in letzter Zeit vermehrt internationale Aufmerksamkeit erregt“, erklärt Jansen. Der Grund dafür liegt in der Aufforderung lateinamerikanischer Politiker, zentrale Aspekte dieser Lebensweise auch in industrielle Gesellschaften zu integrieren.

„Buen vivir“ zielt nicht nur auf ein Leben in Einklang mit der Natur und allen Geschöpfen, es bedeutet auch konkret eine neue Ethik der Entwicklung, fordert ein soziales und solidarisches Wirtschaften und eine Abkehr von Wirtschaftswachstum als zentralem Entwicklungskriterium.

Künstlerischer Zugang

Um die Diskussion über diese Lebensweise im deutschsprachigen Raum anzuregen, haben die Grupo Sal und Acosta die Konzertlesung entwickelt. Sie bietet einen künstlerischen Zugang zu der Frage nach einem guten Zusammenleben und den damit verbundenen Perspektiven. Auch geht Acosta der Frage nach, ob das indigene Konzept in unsere westliche Lebenswelt einzubinden ist.

Nach dem Vortrag seiner Ideen und Visionen zum Thema diskutiert Acosta mit dem Journalisten Thomas Pampuch die politische Umsetzung. Die Grupo Sal lässt dann Acostas Visionen und das Lebensgefühl des „Buen vivir“ erklingen. „Wir wollen Denkanstöße geben, über die Folgen der globalisierten Welt und die bedrohte Umwelt nachzudenken. Man darf das Gestern nicht verdrängen, muss aber gleichzeitig das Morgen in den Blick nehmen“, betont Jansen.

30 Jahre Eine-Welt-Forum Aachen

Aachen ist eine von zwölf Stationen der Europa-Tournee der Grupo Sal. „Genau solch eine Veranstaltung passt perfekt in die Citykirche, ist einfach sinnstiftend“, freut sich Pastoralreferent Dieter Spoo von der Citykirche. Die Konzertlesung ist Teil des Programms zum 30-jährigen Bestehen des Eine-Welt-Forums Aachen und findet statt in Kooperation mit dem Weltladen Aachen und dem Evangelischen Bildungswerk Aachen.

„Es geht uns natürlich auch darum, auf unsere Arbeit aufmerksam zu machen. Internationale Solidarität, Völkerverständigung, Menschenrechte und Demokratie sind die Zutaten für die Eine Welt“, betont Mona Pursey vom Eine-Welt-Forum.

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