Leonid Kostrykin spricht für die Grünen

Von: Daniel Gerhards
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Aachen. Das Personalkarussell hat einen Platz im Ortsverbandsvorstand der Grünen freiwerden lassen.

Als Thomas Griese im Mai als Staatssekretär nach Rheinland-Pfalz ging, räumte er seinen Posten als Stellvertretender Städteregionsrat.

Dieses Amt hat nun Elisabeth Paul inne. Die Lücke an der Fraktionsspitze im Städteregionstag füllte Ingrid von Morandell. Dafür räumte sie den Posten als Vorsitzende des Kreisverbands der Partei. Dort sprang Martine Kremer in die Bresche.

Kremer war bisher auch Sprecherin des Ortsverbands Aachen der Grünen. Wegen ihrer neuen Aufgabe im Kreisverband stellte Kremer ihr Amt auf der Mitgliederversammlung des Ortsverbands am Donnerstag zur Verfügung. Denn sie wolle „keine Ämterhäufung” betreiben. „Wir wollen jungen engagierten Leuten die Möglichkeit geben, sich zu entwickeln und den Ortsverband zu leiten”, sagte Kremer.

Ein neuer Partner für die Doppelspitze mit Sabine Göddenhenrich wurde also gesucht. Zunächst sah es so aus, als hätte Leonid Kostrykin, 24 Jahre, als einziger Bewerber leichtes Spiel. Doch „im Laufe des Donnerstages” erreichte die Partei noch eine weitere Bewerbung um die Sprecherstelle. Tim Schlößer, 19 Jahre, der als Sprecher der Grünen Jugend in der Städteregion in der Partei aktiv ist, bewarb sich in letzter Minute.

So mussten die beiden jungen Anwärter auf den Sprecherposten bei ihren Bewerbungsreden alles geben, um die Mitglieder zu überzeugen. Kostrykin konzentrierte sich in seiner Rede auf große politische Themen, die ihn bewegen.

Demokratiebewegungen in Nordafrika, Atomkatastrophe in Fukushima oder die „diffus werdende Zukunft Europas”. Schlößer sprach eher über lokale Politik: Das Einbinden neuer Mitglieder in die Partei oder Möglichkeiten einer nachhaltigen Politik für eine Stadt.

Kostrykin gewann die Wahl mit sechs Stimmen Vorsprung. Ein Grund könnte gewesen sein, dass Schlößer, der aktuell ein freiwilliges politisches Jahr macht, im kommenden Wintersemester ein Studium aufnehmen wird - wo ist ungewiss. Als Sprecher wolle der Mathematik- und Informatik-Student Kostrykin ein Augenmerk auf „neue grüne Themen” - etwa die Internetpolitik - legen.

Bisher war Kostrykin Beisitzer im Ortsvorstand. Auf den freiwerdenden Posten wurde Doris Meurer, 46, gewählt. Die Biologin kam „erst mit zunehmendem Alter” zur Politik. Und will den Vorstand „fachlich, sachlich und strategisch” unterstützen.

Ulla Griepentrog, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Stadtrat, gab eine Übersicht über die Bürgerbeteiligung für den städtischen Haushalt. Ab Montag können Bürger via Internet drei Wochen lang ihre Meinung zur kommunalen Finanzpolitik äußern.

„Das ist relativ kurz, aber wir wollten, dass die Ergebnisse noch in die Haushaltsberatungen einfließen können”, sagte Griepentrog. Sie machte allerdings auch klar, dass die Teilnehmer bloß ein Meinungsbild zur Unterstützung der Politik abgeben sollen. „Die letzte Entscheidungsinstanz ist der Rat.”
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