Leo-Lamm-Preis für Barthel Blees

Von: Peter Langohr
Letzte Aktualisierung:
hazz_bu
„Öcher Platt met Jazz än Hazz”: Auch Hein Engelhardt gab einige Gedichte zum Besten. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Es war einer jener denkwürdigen Abende, die zu erleben, man hin und wieder das Glück hat. Unter dem Motto „Öcher Platt met Jazz än Hazz” wurde im Jakobshof nicht nur feinster Jazz, bestes Kabarett und unverfälschtes Öcher Platt aus tiefstem Herzen zelebriert, sondern auch ein großes Herz für die gezeigt, deren Chancen nicht so gut stehen.

Alle Künstler verzichteten zugunsten der Jugendarbeit im Josefshaus, der Offenen Tür im Kirberichshofer Weg, auf ihre Gage und so mancher Besucher legte „för der jute Zweck” noch ein paar Euro auf das Eintrittsgeld drauf.

Gut zweihundert Gäste werden es gewesen sein, die nicht nur ein tolles Programm erlebten, sondern auch die Verleihung des Leo-Lamm-Preises an Barthel Blees, der bis zum Schluss nichts von der ihm zugedachten Ehre ahnte.

Der Preis in Form eines gläsernen Klenkes erinnert an das im Jahre 2003 verstorbene Öcher Urgestein Leo Lamm, in dessen Trio der 81jährige Barthel Blees 25 Jahre lang spielte.

Daher war es ganz passend, dass der Preisträger mit seinem Mitstreiter aus dem Leo-Lamm-Trio, Paul Mundt, verstärkt von Ägid Lennartz am Klavier und Charly Endres am Saxophon ganz „beswingt” das Programm mit dem unverwüstlichen „It´s wonderful” eröffnete.

Schornsteinfeger

Wonderful ging es mit Manfred Birmans und Hubert Crott weiter, die den Abend moderierten. Dass es bei ihren gekonnt improvisierten Dialogen viele feuchte Augen gab, wird niemanden verwundern, der die beiden kennt. Nahezu genial ihre Reminiszenzen an die Karnevalskostüme ihrer Kinderzeit - Manfred Birmans als Schornsteinfeger mit einer Leiter, mit der man nicht schießen konnte „wie all die Cowboys rings herum” und Hubert Crott als Holländer und der köstlichen Feststellung „Ich war ja ein hübsches Kind, mich konnte nichts entstellen!”

Wie toll Öcher Platt und Blues zueinander passen, demonstrierte Dieter Kaspari mit seiner Formation „Blues mich jät”, in der Franz Brandt das Keyboard spielt und Uwe Böttcher mit hinreißend virtuosen Violin-Soli für einen ganz eigenen Sound sorgt.

Wendelin Haverkamp reflektierte über „Aachen - eine Stadt im Aufbruch” und sah den Slogan in der Annastraße, am Boxgraben und bei manch anderer Buddelei in Westzipfel-City bestätigt.

Begleitet von Freddy Matulla am Keyboard teilte er musikalisch in Richtung der Parteien und der Polit-Prominenz aus. Hein Engelhardt, Aachens poeta laureatus, gab einige seiner Gedichte zum besten und verabschiedete passend zum Wahlabend Oberbürgermeister Jürgen Linden mit einer gereimten Hommage.

Absoluter Höhepunkt aber war der Auftritt von Paul Pooetz alias Ren Brandt. Der „Amigo” begeisterte die Gäste im Jakobshof mit einer auch stimmlich grandiosen Öcher-Platt-Parodie auf die Arie „Nessun dorma” des Prinzen Kalaf aus Puccinis Oper Turnadot, ehe er im Duett mit Ägid Lennartz eine Liebeserklärung an „Oche, du ming Stadt” abgab.

Der von Heinz Ressel gestaltete Klenkes wurde von Anneliese Lamm in Anwesenheit der drei früheren Träger des Leo-Lamm-Preises, Ägid Lennartz, Paul Mundt und Hubert Crott, an Barthel Blees übergeben. Der ließ die gute alte Zeit Revue passieren und kommentierte trocken: „Es war eine schöne Zeit! Es war eine lange Zeit! Fazit: Es war eine schöne, lange Zeit!”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert