Leinwandstars im Blitzlichtgewitter

Von: Sarah Sillius
Letzte Aktualisierung:
diamant_bu
Aufwärmübungen für den High-Heels-Schnupperkurs: Martina Charwath (links) und Sandra Milz sind von den Tipps begeistert. Foto: Sarah Sillius

Aachen. Schauplatz Nummer Eins: der Elisenbrunnen am Nachmittag. Auf den Parkbänken genießen viele Aachener die Sonnenstrahlen. Plötzlich taucht eine Menschentraube auf: Frauen in schicken Kleidern und Männer in eleganten Anzügen gruppieren sich.

Alle tragen extravagante Hüte. Um sie herum: Blitzlichtgewitter. Es ist die Filmcrew von „Diamantenhochzeit”, der Komödie, die vor zwei Jahren in Aachen gedreht wurde. Die Truppe trifft sich zum offiziellen Fototermin vor der Filmpremiere.

Sandra Lausberg, eine Aachener Designerin, steht am Rande das Geschehens und beobachtet mit Stolz das bunte Treiben. „Jeden Hut habe ich extra auf den Darsteller abgestimmt, er sollte natürlich etwas Besonderes sein”, erklärt sie.

Schauplatz Nummer Zwei: der Eden-Palast am frühen Freitagabend. Der rote Teppich ist ausgerollt, die Besucher strömen in das Foyer des Kinos. Unter ihnen ist auch die ein oder andere Person mit origineller Kopfbedeckung zu sehen. „Das muss einer der Schauspieler sein”, flüstern sich die Kinobesucher zu und vergleichen die Hut-Träger mit den Darstellern auf dem Filmplakat.

Leicht nervös

Auch Regisseur Michael Kupczyk hat sich unter die Menge gemischt. Seine graue Kappe ist eher dezent. Es scheint fast so, als wolle Kupczyk nicht unbedingt auffallen. Er ist etwas nervös, gibt er zu: „Schließlich sind all die Leute wegen meines Films, wegen meines Schaffens hierhin gekommen.” Und schon wird der Regisseur wieder umringt - von Leuten aus dem Filmteam, von Reportern und Fotografen.

Ursula Pauli und Carmen Huber stehen ein wenig abseits. Ihre Füße stecken in hohen High Heels. Vor dem Filmstart wollen die beiden den weiblichen Kinobesuchern einen kostenlosen Schnupperkurs in das Laufen auf Stöckelschuhen geben. „Hochzeit, ein schickes Kleid und hohe Schuhe. Wir dachten, so ein Training passt doch gut zu dem Film”, erklärt Uschi Pauli die Idee.

So gefüllt wie das Foyer in dem Moment ist, scheint das Training auf dem roten Teppich kaum realisierbar. Erst als einige Besucher im Saal Platz genommen haben, kann es losgehen. Fünf Damen finden sich ein, um von den Fachfrauen zu lernen und um sich einmal wie echte Stars zu fühlen.

„Eine gute Körperhaltung und ein stabiles Fußgelenk sind das A und O”, leitet Pauli sie an. Erst wärmen sich die Damen auf nackten Füßen auf, dann gehen sie zur Gehübung über. Teils schon wie Profis, teils noch etwas wackelig schreiten sie über den roten Teppich. Martina Charwath ist begeistert: „Die Tipps waren echt gut. Es kommt wirklich auf die Körperhaltung an, dann läuft man fast von alleine.”

Mit Popcorn in der Hand, und ausnahmsweise nicht auf dem roten Teppich, beobachten Marleen Lohse und Anja Franke mit Tochter Paula das Training. Ihr Hut verrät: Eigentlich sind sie die Stars des Abends. Die zwei Frauen sind die Hauptdarstellerinnen des Films. Lohse spielt die Braut, Franke die Hippie-Schwiegermutter. „Die Idee mit den Hüten finden wir total schräg und lustig. Wir haben extra Hüte gewählt, die man noch öfter tragen kann”, erzählt Franke in charmantem Berlinerisch. Sie, ihre Tochter und Lohse sind aus der Hauptstadt zur Premiere angereist. „Heute haben wir noch mal gemerkt, wie schön Aachen ist. Beim Dreh hatten wir gar nicht die Zeit, viel von der Stadt zu sehen”, sagt Lohse.

In der Zwischenzeit geht der Workshop zu Ende, es wird ernst. „Wir sind gespannt, wie dem Publikum der Film gefällt”, sagen die Schauspielerinnen, bevor sie in Richtung Zuschauertribüne verschwinden.

Schauplatz Nummer Drei: der Kinosaal am späten Abend. Die Schauspieler sind auf der Leinwand in Action zu sehen, ihre Figuren schlittern von der einen Katastrophe in die nächste. Die Pointen kommen an, das Publikum amüsiert sich.

Nachdem die Schlussszene ausgeblendet und nachdem der große Applaus verklungen ist, sind die Erwartungen von Kupczyk und seinem Team erfüllt. Jetzt können sie zum entspannten Teil des Abends, zur Premierenfeier, übergehen. Bleibt nur noch die Hoffnung, dass die Begeisterung für die „Diamantenhochzeit” auch über Aachens Grenzen hinauswächst.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert