Aachen - Legionellen in Burtscheider Thermalbädern gefunden

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Legionellen in Burtscheider Thermalbädern gefunden

Von: Heiner Hautermans
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Schwertbad und Rheumaklinik sollen nicht nur zusammengelegt und umstrukturiert werden, sondern haben auch mit Legionellen im heißen Badewasser zu kämpfen. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Der Hilferuf erreichte die „Nachrichten“ über Facebook: „Was soll aus Bad Aachen werden, wenn ein Thermalbad nach dem anderen in Burtscheid dicht gemacht wird?“ Nachdem die Rosenquelle schon nicht für Externe zugänglich sei, hätten jetzt auch Schwertbad und Rheumaklinik ihre Bewegungsbäder bis auf Weiteres geschlossen.

Nachfragen bei Beschäftigten ergaben, dass die Bäder seit etwa zwei Wochen geschlossen sind, von Verunreinigungen des Wassers sei die Rede gewesen. Hintergrund sind Legionellen, die besonders in warmem Wasser gedeihen und zum Beispiel beim Duschen oder über Klimaanlagen oder Whirlpools bei Menschen schwere Lungenentzündungen, Harnweginfekte und grippeähnliche Erkrankungen auslösen können.

Krankenhäuser, Schulen, Kindergärten, Hotels und Pflegeheime sind durch die Trinkwasserverordnung verpflichtet, einmal jährlich an mehreren repräsentativen Probennahmestellen auf Legionellen untersuchen zu lassen, zuständig ist dafür in Aachen das Gesundheitsamt, das in der Städteregion angesiedelt ist. Anfang 2013 ist, so teilt Holger Benend von der Städteregion mit, erstmals der Nachweis von Legionellen im Schwertbad und Rheumaklinik erbracht worden: „Beide Bäder haben zwar getrennte Kreisläufe, hängen aber an einem System. Das bedeutet konkret, dass es einen zentralen Füllwasserbehälter gibt, der das Thermalwasser sammelt und von dem aus es in die Systeme geht.“

Das Wasser, so der Pressesprecher weiter, fließe durch verschiedene Rohrsysteme, erhalte dann Zusätze, um eine mikrobiologische Reinigung zu ermöglichen und gehe durch verschiedene Filter: „Nach den Filterstufen waren aber fast im ganzen System noch Legionellen nachweisbar. Nach den Filtern erfolgt dann noch eine weitere Desinfektion (Chlorung), ehe das Wasser in die Badebecken (insgesamt zehn in verschiedener Art und Größe) gelangt.“ Wichtig sei die Feststellung, „dass im Badewasser zu keinem Zeitpunkt Legionellen gefunden worden sind. Deshalb war auch zu keinem Zeitpunkt eine direkte Gesundheitsgefährdung der Badegäste gegeben.“

Trotz aller Maßnahmen sei es nicht gelungen, das System dauerhaft von Legionellen frei zu halten, weshalb sich Betreiber und Gesundheitsamt einvernehmlich darauf geeinigt hätten, die Becken aus dem Badebetrieb zu nehmen. Das erste Mal im Februar, das zweite Mal im April, allerdings wiederum nicht im Badewasser. Es erfolgten jeweils zusätzliche Desinfektionsmaßnahmen und erneute Inbetriebnahmen, bis im November erneut Legionellen im System festgestellt wurden. Der Badebetrieb wurde am 11. November erneut gesperrt. Bei den sich anschließenden Maßnahmen wurde ein defektes (gebrochenes) Rohr in der Membranfilteranlage entdeckt und ersetzt, so dass ein möglicher Schwachpunkt beseitigt worden sei.

Wieder freigegeben

Die letzten Proben vom 11. und 14. November hätten ergeben, dass im gesamten Wassernetz keinerlei Legionellen gefunden wurden, deshalb sei der Badebetrieb auch wieder freigegeben worden. Da die Proben bebrütet werden müssten, dauere es zehn bis 14 Tage, bis das Ergebnis vorliegt. „Auflage ist, dass der Füllwasserbehälter nochmals grundlegend desinfiziert wird, alle Filter auf die volle Funktionstüchtigkeit getestet werden und laufende Beprobungen stattfinden.“Am 4. Dezember werde das Gesundheitsamt nochmals vor Ort Proben ziehen und die Anlage überprüfen.

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